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Alarmierendes Forschungsergebnis 

Öko-Test warnt: So viel Mikroplastik nehmen wir täglich durch PET-Flaschen zu uns!

  • Aktualisiert: 21.02.2024
  • 11:17 Uhr
  • teleschau
Öko-Test warnt: Finger weg von PET-Wasserflaschen!
Öko-Test warnt: Finger weg von PET-Wasserflaschen!© iStock/yrabota

Es ist ein erschreckender Befund: Pro Woche nehmen wir laut einer Studie der Universität von Newscastle (Australien, 2019) rund 5 Gramm Mikroplastik zu uns. Das entspricht in etwa der Größe einer Kreditkarte! Eine amerikanische Studie in New York weist nun eine erschreckend hohe Konzentration von Nanoplastikteilchen in PET-Wasserflaschen nach.

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So unterscheiden sich Mikro- und Nanoplastik

Wichtig ist zunächst die Unterscheidung zwischen Mikroplastik (Kleinteilchen) und Nanoplastik (kleinste Teilchen). Laut Definition der Europäischen Chemikalienbehörde ECHA werden Teilchen aus Kunststoff als Mikroplastik bezeichnet, die im Durchmesser kleiner als fünf Millimeter sind. Die Konzentration von Mikroplastik wurde bereits 2019 gemessen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fand 2019 in Mineralwasser bis zu 250 Kunststoffpartikel pro Liter vor. Doch die Konzentration von Nanoteilchen mit Partikelgröße von 0,001 Millimetern ist noch erschreckender, wie eine neue Studie belegt.

Durch innovative Forschungsmethoden konnte die University of Columbia in New York in einem Liter Wasser rund 240.000 Plastikfragmente aufzeigen. Und das ist nur ein Durchschnittswert! Der Höchstwert einer Probe lag bei 370.000 Teilchen - 90 Prozent davon lagen im Nanobereich.

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Im Clip: Öko-Test über Mineralölbestände

Außerdem warnt der Öko-Test vor drei Schadstoffen in Lebensmittelverpackungen. Lies hier mehr dazu. Auch interessant: Das brauchst du für die E-Rezepte-App!

Woher kommt das Plastik?

Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2021 ermittelte, dass viele Plastikteilchen beim Öffnen der Flasche von Deckel und Flaschenhals abgeschabt werden. Ebenfalls wurden die Kunststoffe Polyamid (PA), Polystyrol (PS), Polyvinylchlorid (PVC) und Polymethylmethacrylat (PMMA) gefunden. Polyamid stammte wahrscheinlich aus Kunststofffiltern, die zur Reinigung des Wassers verwendet werden, bevor es abgefüllt wird, so Beizhan Yan, einer der Autoren der Studie.

Diese Theorie unterstreichen auch Beobachtungen des BfR aus dem Jahr 2019. Da es nicht möglich war, Begleitexperimente, sogenannte Negativkontrollen durchzuführen, bei denen keine Partikel nachgewiesen werden, blieb unklar, ob die Partikel während Reinigungs- oder Abfüllprozessen oder im Rahmen der analytischen Aufarbeitung eingetragen wurden oder zuvor schon im Wasser waren.

"Die chemische Zusammensetzung der Partikel legt nahe, dass es zu einer Kontamination während der Reinigung und Wiederbefüllung von Mehrwegflaschen gekommen ist", so das BfR. Laut der Studie wurde nicht nur in Mineralwasser, sondern auch in Bier Mikroplastik nachgewiesen.

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Pilotstudie

Mikroplastik flächendeckend in deutschen Gewässern

Drastische Bilder von Plastikmüll in Weltmeeren gibt es zuhauf. Aber auch in Binnengewässern schwimmen winzige Plastikpartikel. Eine Pilotstudie in fünf deutschen Bundesländern liefert dazu jetzt Daten.

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Öko-Test wies 2020 Mikroplastik nach

Auch Öko-Test machte eine Studie. 2020 prüfte das Verbrauchermagazin, ob PET-Flaschen Antimon enthalten, was zur Fabrikation von PET-Kunststoffen verwendet wird. Das Labor wies in 27 von 61 PET-Wasserflaschen antimonhaltiges Plastik nach.

18 von 27 Proben zeigten 5.000 bis 25.000 kleinste Plastikteilchen pro Liter Wasser nach, bei 6 von 27 PET-Flaschen lag der Wert sogar bei 25.000 bis 100.000 Partikeln. Mehr als 100.000 Partikel wurde in 5 der 27 Flaschen nachgewiesen. Es sei laut Öko-Test demnach "davon auszugehen, dass 100.000 Kunststoffpartikel tatsächlich eher die Untergrenze dessen sind, was Verbraucher zu sich nehmen, wenn sie einen Liter Wasser aus einer PET-Flasche trinken".

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Bei Mikroplastik gibt das BMU Entwarnung

Das Bundesamt für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMU) gibt dennoch Entwarnung. Die Mehrheit der Mikroplastikpartikel, die über den Mund aufgenommen werden, wird höchstwahrscheinlich über den Darm ausgeschieden. Vorhandene Studien an Nagetieren sollen diese Theorie, so das BMU, unterstützen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat derzeit keine Kenntnisse über Fälle, bei denen die orale Aufnahme von Mikroplastikpartikeln nachweislich zu gesundheitlichen Schäden bei Menschen geführt habe.

Um eine endgültige Risikobewertung von Mikroplastikpartikeln in Lebensmitteln vorzunehmen, sei aber weitere Forschung erforderlich, einschließlich der Erhebung von zuverlässigen Daten. Für den Handel gilt: Wenn festgestellt werde, dass Mikroplastikpartikel Schadstoffe übertragen, gelten für viele Schadstoffe verbindliche EU-weite oder national festgelegte Höchstgehalte für Rückstände und Kontaminanten. Produkte, die diese Höchstgehalte überschreiten, dürfen nicht in den Verkehr gebracht und nicht an Verbraucher:innen verkauft werden. Doch gilt das auch für Nanoplastik?

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