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Das Problem mit giftigen Stoffen in Lebensmitteln

Öko-Test enthüllt: Diese Weichmacher und Mineralöle sind in vielen Verpackungen

  • Aktualisiert: 21.02.2024
  • 14:10 Uhr
  • teleschau
Verunreinigte Lebensmittel müssen nicht gekennzeichnet werden.
Verunreinigte Lebensmittel müssen nicht gekennzeichnet werden.© iStock/Goran13

Toxinen im Alltag aus dem Weg zu gehen, wird immer schwieriger. Das Verbrauchermagazin Öko-Test kritisiert seit Jahren Verunreinigungen in Lebensmitteln durch Schadstoffe in Verpackungen, wie etwa Weichmacher und Mineralöle. Doch wie können sich Verbraucher:innen schützen?

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Chemikalien in vielen Alltagsprodukten

Welche Schadstoffe in Lebensmittelverpackungen stecken, ist beim Einkaufen leider meist nicht zu erkennen, warnt Öko-Test. Denn in vielen Fällen sind Unternehmen nicht zur Kennzeichnung verpflichtet. Das Fatale: Toxine können von den Verpackungen in die Lebensmittel übergehen und werden dann vom Menschen konsumiert.

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Zu den bekanntesten Chemikalien in diesem Zusammenhang gehört Bisphenol A, das in vielen Alltagsprodukten wie Konservendosen oder Plastikflaschen enthalten ist. Dieses ist insbesondere wieder ins Bewusstsein gerückt, seit im vergangenen April die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) die aufs ganze Leben bezogene und als unbedenklich geltende Tagesdosis um den 20.000-fachen Wert gesenkt hat. Von vier Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag auf 0,2 Nanogramm.

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Im Clip: Öko-Test entdeckt Mineralölbestände in Magarine

Das Problem mit dem Mineralöl

Laut Öko-Test gibt es aber noch andere problematische Stoffe, die immer wieder in Nahrungsmitteln nachgewiesen werden. Etwa Mineralöl, mit dem sie durch Maschinen schon bei der Ernte oder während der Produktion in Berührung kommen können. Dieses steckt allerdings häufig auch in Verpackungen. Und zwar leider besonders oft in den eigentlich - für die Umwelt - "guten" aus Recyclingpapier. Dann nämlich, wenn in den entsprechenden Pappen mit mineralölhaltigen Farben bedrucktes Zeitungspapier verarbeitet wurde. Öko-Test hat in zahlreichen Lebensmitteln Mineralöl nachgewiesen, von Margarine und Butter über Babynahrung und Olivenöl bis hin zu Mehl und Nudeln.

Es gibt dabei zwei Hauptgruppen: zum einen die hoch bedenklichen, aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH). Einige dieser Verbindungen gelten als krebserregend. Von den gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) ist bislang "nur" bekannt, dass sie sich im Körper anreichern und dort für Verunreinigung sorgen. Gesund klingt auch das nicht. Zum anderen sind sogenannte Weichmacher in Verpackungen ebenfalls bedenklich.

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Weichmacher in Verpackungen

Ein schon lange bekanntes Problem sind außerdem Weichmacher, mit denen Kunststoffe biegsamer gemacht werden. Ihre Untergruppe Phthalate wird in der Lebensmittelindustrie besonders häufig eingesetzt, etwa bei den Dichtungsringen von Gläsern für Pestos.

Es gibt eine ganze Reihe von Weichmachern, nicht alle sind gleichermaßen bedenklich. Zu den gefährlichen zählen zum Beispiel Diethylhexylphthalat (DEHP) oder Dibutylphthalat (DBP), die in Zusammenhang mit Fortpflanzungsproblemen stehen könnten. Andere Weichmacher gelten als schädlich für die Leber oder haben einen Einfluss auf unseren Hormonhaushalt.

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"Ewigkeitschemikalien" in Lebensmitteln

In der Industrie werden zudem gern per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) verwendet, weil sie wasser-, schmutz-, fett- und ölabweisend sind. Ihr Beiname "Ewigkeitschemikalien" rührt daher, dass sie sich quasi überhaupt nicht abbauen lassen. Stattdessen reichern sich PFAS in Böden, Wasser, Tieren und Pflanzen an - und auch in Menschen.

Nachgewiesen wurden auch diese Stoffe bereits in zahlreichen Nahrungsmitteln, darunter Fisch, Fleisch, Eiern und Obst. Sie werden unter anderem für Probleme mit dem Immunsystem und dem Hormonhaushalt verantwortlich gemacht, wobei allerdings bislang noch zu wenig Informationen vorliegen.

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Was kann man als Verbraucher:in tun?

Ganz klar: Optimalerweise greifst du zu Lebensmitteln ganz ohne Verpackung, etwa in einem Unverpackt-Laden. Aber auch im Supermarkt oder Bioladen, zum Beispiel beim Obst und Gemüse. Wenn es nicht ohne Verpackung geht, dann ist Glas die bessere Alternative, denn Schadstoffe stecken besonders oft in Dosen, Altpapier oder Plastik.

Da Hitze den Übergang der Schadstoffe auf die Lebensmittel begünstigt, solltest du diese möglichst nicht in der Verpackung erhitzen, sondern vorher in ein geeignetes Gefäß umfüllen.

Und auch wenn es ökologisch sinnvoll scheint: Verwende Verpackungen nicht wieder, zumindest nicht, um darin Lebensmittel aufzubewahren oder einzufrieren! Dein Nähzeug oder Schreibwaren kannst du aber natürlich in die Boxen packen.

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