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Diese Lebensmittel senken die Harnsäure

Wichtige Ernährungsumstellung bei Gicht: So enorm hilft purinarme Ernährung für Betroffene

  • Aktualisiert: 19.04.2024
  • 21:40 Uhr
Bunt und gesund! Eine purinarme Ernährung kann die Beschwerden bei Gicht lindern.
Bunt und gesund! Eine purinarme Ernährung kann die Beschwerden bei Gicht lindern.© leksann - stock.adobe.com

Bei Gicht stellen sich Betroffene oft die Frage: Was kann ich essen, um die Harnsäure in meinem Körper zu reduzieren? Eine purinarme Ernährung kann die Antwort sein. Hier erfährst du was Purine sind und welche Lebensmittel wenig davon enthalten. 

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Im Clip: Diese Nahrungsmittel helfen bei Gicht

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Was ist Gicht und wie entsteht sie?

Gicht ist eine Stoffwechselstörung, die durch einen erhöhten Gehalt an Harnsäure im Blut, auch als Hyperurikämie bezeichnet, verursacht wird. In den meisten Fällen hat Gicht eine genetische Ursache (primäre Form), seltener tritt sie als Folge anderer Krankheiten auf (sekundäre Form). Wenn die Hyperurikämie über einen längeren Zeitraum besteht, können sich Harnsäurekristalle aus Mono-Natriumurat oberhalb eines bestimmten Grenzwerts im Blut, im Gewebe, in den Gelenken und den Nieren ablagern. Ablagerungen in den Gelenken führen zu rheumatischen Beschwerden, darunter Entzündungen, Schwellungen und intensiven Schmerzen.

Welche Ernährung löst Gicht aus?

Gicht entsteht häufig aufgrund einer unpassenden Ernährung und übermäßigen Alkoholkonsums. Es wird daher empfohlen, Alkohol und Lebensmittel mit einem hohen Purin-Anteil zu vermeiden. Insbesondere Fleisch, Wurst, Innereien und Fisch gelten als ungünstig bei erhöhtem Harnsäurespiegel. Auch Hülsenfrüchte, Säfte und Softgetränke können den Harnsäurespiegel erhöhen.

Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei Gicht und beeinflusst den Harnsäuregehalt im Blut. Eine Ernährungsumstellung ist sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von Gicht die beste Therapie. Das Ziel ist die dauerhafte Senkung des Harnsäurespiegels im Körper auf einen Wert unter sechs Milligramm pro Deziliter. Betroffene sollten daher auf eine purinarme Ernährung achten, Fruchtzucker meiden und Normalgewicht anstreben.

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Was genau sind Purine?

Purine sind organische Verbindungen, die in den Zellen aller Lebewesen vorkommen und eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielen. Sie sind Bestandteile von Nukleinsäuren wie DNA und RNA, den genetischen Bausteinen von Zellen. Purine sind auch in ATP (Adenosintriphosphat), einem Molekül, das als Energielieferant für zelluläre Prozesse dient, vorhanden.

Im menschlichen Körper entstehen Purine sowohl durch den Abbau körpereigener Zellen als auch durch die Aufnahme von purinhaltigen Lebensmitteln. Einige Lebensmittel, insbesondere tierische Produkte wie Fleisch, Innereien und Fisch, enthalten hohe Mengen an Purinen. Wenn Purine im Körper abgebaut werden, entsteht Harnsäure. Ein übermäßiger Anstieg des Harnsäurespiegels im Blut kann zu Problemen wie Gicht führen, da sich Harnsäurekristalle in Gelenken und Geweben ablagern können.

Welche Lebensmittel enthalten viele Purine?

Hier sind einige Beispiele für Lebensmittel mit einem hohen Puringehalt:

  • Forelle, Matjes mit Haut
  • Ölsardinen
  • Sprotten, geräuchert
  • Muscheln
  • Innereien (Leber, Nieren, Kalbsbries)
  • Geflügelhaut
  • Fleischextrakt, Bratensoße
  • Hefe und Produkte daraus wie Hefeextrakt, Instantbrühwürfel
  • Sojafleisch
  • Weizenkeime
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Welche Lebensmittel sind purinarm?

Eine empfehlenswerte Ernährungsoption bei Gicht ist eine ovo-lacto-vegetarische Kost. Diese beinhaltet Milchprodukte, Eier und reichlich Gemüse (abgesehen von purinreichen Sorten wie Kohl, grünen Bohnen, Brokkoli, Spinat und Spargel). Milch, Joghurt und Quark weisen einen geringen bis keinen Puringehalt auf und können bedenkenlos in größeren Mengen konsumiert werden, ohne den Harnsäurespiegel zu erhöhen. Gleiches gilt für Eier und Hartkäse.

Auch eiweißreiche pflanzliche Nahrungsmittel wie Getreideprodukte oder -flocken eignen sich gut für die Ernährung. Kartoffeln, Eiernudeln, Weißbrot und Reis, die ebenfalls einen niedrigen Puringehalt aufweisen, kannst du in die Mahlzeiten integrien.

Zusätzlich zur passenden Ernährung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von Bedeutung: Trinke täglich zwei bis drei Liter Wasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Die Flüssigkeit verdünnt das Blut und fördert die Ausscheidung der Harnsäure.

Was essen bei Gicht: Diese Lebensmittel kannst du essen

Wir zeigen dir, welche Nahrungsmittel du bedenkenlos genießen kannst, um einen ausgewogenen und gichtfreundlichen Ernährungsplan zu gestalten.

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Brot, Getreide und Beilagen wie Nudeln, Kartoffeln, Reis

Empfehlenswert:

In Maßen empfehlenswert:

Nicht empfehlenswert:

  • Sojamehl-Produkte,
  • Weizenkeime
  • Pommes frites, Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer
  • Fertiggerichte, Fast Food
  • bei Diabetes und/oder Übergewicht zudem: Weißbrot, Toastbrot, Croissant, Zwieback, Weizenbrötchen; Hartweizennudeln, geschälter Reis

Snacks und Knabberkram

Empfehlenswert:

  • Gemüsesticks mit Joghurt-Dip oder Kräuterquark
  • Obst
  • Nüsse (siehe unten)

Nicht empfehlenswert:

  • Süßigkeiten
  • süße und fettreiche Backwaren
  • süße Milchprodukte
  • Eiscreme
  • Chips
  • Salzgebäck

Obst

Empfehlenswert:

  • alle Obstsorten
  • bei Übergewicht jedoch nur in Maßen: Ananas, Banane, Birne, Honigmelone, Kaki, Kirsche, Mango, Weintrauben

Nicht empfehlenswert:

  • gezuckerte Obstkonserven und Obstmus
  • kandiertes Trockenobst

Im Video: So gesund sind Äpfel wirklich

Gemüse

Empfehlenswert:

  • fast alle Gemüsesorten
  • Salatsorten, Salat mit Bitterstoffen, Löwenzahn, Kohlrabi, Gurke, Möhren

In Maßen empfehlenswert:

  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Sojabohnen, Linsen)
  • Spinat
  • Spargel
  • Schwarzwurzeln
  • Kohlsorten
  • Champignons, getrocknete Pilze

Nicht empfehlenswert:

  • Gemüsemischungen mit Sahne oder Butter
  • bei Übergewicht: Mais

Nüsse und Samen

Empfehlenswert:

In Maßen empfehlenswert:

  • Kürbiskerne
  • Sonnenblumenkerne

Weniger empfehlenswert: gesalzene Nüsse

Fette und Öle

Empfehlenswert:

  • Leinöl (Herstellung unter Ausschluss von Sauerstoff, Hitze und Licht)
  • Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl
  • wenig Butter

Nicht empfehlenswert:

  • Schweine- und Gänseschmalz, Butterschmalz
  • Mayonnaise
  • Sonnenblumenöl, Distelöl

Getränke

Empfehlenswert:

In Maßen empfehlenswert: Kaffee oder Schwarztee

Nicht empfehlenswert:

  • Fruchtsaft und-nektar
  • Softdrinks
  • Milchmixgetränke, Sojadrink
  • Alkohol, alkoholfreies Bier

Fisch und Meeresfrüchte

Empfehlenswert (immer ohne Haut):

  • Aal
  • Heilbutt
  • Hering
  • Kabeljau
  • Karpfen
  • Lachs
  • (Räucher-)Makrele
  • Scholle
  • Seezunge
  • Flusskrebs
  • Garnelen
  • Krabben
  • Muscheln

Nicht empfehlenswert:

  • Haut von Fisch
  • Anchovis
  • Sardinen
  • Sprotten
  • Ölsardinen
  • Matjesfilet

Im Clip: Wie bereitet man Fisch richtig zu?

Wurstwaren und Fleisch

Empfehlenswert:

  • Hühnerfleisch ohne Haut
  • Putenfleisch/-aufschnitt

In Maßen empfehlenswert:

  • mageres Rind-, Kalb- oder Wildfleisch
  • Corned Beef

Nicht empfehlenswert:

  • Innereien (Leber, Bries, Herz, Nieren)
  • fettreiches Fleisch (wie Hühnerbein mit Haut, Schweinebraten, Haxe, Gans, Ente)
  • Schinken, Speck, fettreiche Wurst oder Wurst mit Innereien (wie Bratwurst, Mettwurst, Salami, Leberwurst)

Eier, Milch und Milchprodukte, Käse

Empfehlenswert:

In Maßen empfehlenswert:

  • Sahne
  • Schmand
  • Crème fraîche

Nicht empfehlenswert:

Gesüßte Fertigprodukte, wie zum Beispiel

  • Pudding
  • Milchreis
  • Fruchtjoghurt
  • Fruchtquark
  • Sahnequark
  • Kakaozubereitungen
  • Fruchtbuttermilch

Gichternährung: Diese Lebensmittel erhöhen die Harnsäure

Bestimmte Nahrungsmittel beeinflussen den Harnsäuregehalt und erhöhen das Risiko eines Gichtanfalls. Hier sind einige Beispiele:

  • Haut von Fisch
  • Innereien (Leber, Bries, Herz, Nieren)
  • fettreiches Fleisch, wie Haxe, Gans, Ente
  • Speck, Schweine- und Gänseschmalz, Butterschmalz, Mayonnaise
  • fettreiche Wurst (z. B. Bratwurst, Mettwurst, Salami, Leberwurst)
  • Alkohol
  • Softdrinks und Fruchtsäfte mit zusätzlichem Fruchtzucker
Hier gibt’s die passenden Rezepte für eine Ernährung bei Gicht:
Ernährung bei Gicht_Pixabay
Artikel

Rezepte bei Gicht

Ernährung bei Gicht: Mit diesen Rezepten die Harnsäure senken

Eine fleischreiche Ernährungsweise hat Vorteile, doch leider kann es auch zu gesundheitlichen Problemen kommen: Beispielsweise der Gicht. Können spezielle Rezepte bei Gicht helfen? Die einfache Antwort: Ja. Mit der richtigen Ernährung lassen sich quälende Gichtanfälle vermeiden. Hier erfährst du mehr.

  • 24.02.2023
  • 15:17 Uhr

Wieso sollte bei Gicht der Fruchtzucker eingeschränkt werden?

Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Gicht und Fruchtzucker (Fruktose). Die Hemmung der Harnsäureausscheidung durch Fruchtzucker trägt zur Entstehung von Gichtanfällen bei. Fruchtzucker findet sich nicht nur in Obst und Fruchtsäften, sondern auch in einer Vielzahl von Fertigprodukten wie Keksen, Eiscreme, Pizza und verschiedenen süßen Getränken. Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe ist ratsam. Vermeide Fruktose, Glukose-Fruktose und Maissirup. Im Allgemeinen ist es empfehlenswert, den Verzehr von Zucker, Weißmehlprodukten und Fertigwaren deutlich zu reduzieren.

Abnehmen bei Gicht: Das solltest du beachten

Ein hohes Körpergewicht ist ein Risikofaktor für die Entwicklung der Stoffwechselerkrankung Gicht. Wenn der Body-Mass-Index über 25 liegt, empfehlen Experten, abzunehmen. Bei der Gewichtsreduktion solltest du eine langsame Methode wählen und nicht mehr als zwei bis drei Kilogramm pro Monat abnehmen. Beachte, dass eine zu schnelle Gewichtsabnahme einen Gichtanfall auslösen kann. Es existieren keine speziellen Diäten für Gicht. Wenn du abnehmen möchtest, dann lass dich von medizinischem Fachpersonal beraten, das dir einen individuellen Plan erstellen kann.

Weitere Tipps für Patientinnen und Patienten von Gicht

Anstelle sich auf eine spezifische Diät bei Gicht zu konzentrieren, sollten Betroffene eher auf eine gesunde Ernährung achten und bestimmte Lebensmittelgruppen meiden. Für diejenigen, die übergewichtig sind, ist eine behutsame und bewusste Gewichtsabnahme ratsam. Durch den Verzicht auf purinreiche Lebensmittel können Gichtanfälle vermieden und Beschwerden reduziert werden. Zusätzlich trägt ausreichendes Trinken dazu bei, das Risiko von Gichtanfällen zu verringern.

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