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Was ist wirklich in Brot, Pizza und Schokolade? 

Hast du gewusst, dass Pizza und Schokolade oft Insekten wie Mehlkäfer enthalten? Daran erkennst du es!

  • Aktualisiert: 26.07.2023
  • 15:10 Uhr
In immer mehr Lebensmitteln verstecken sich Insekten - hier erfährst du, in welchen und wie du es erkennst
In immer mehr Lebensmitteln verstecken sich Insekten - hier erfährst du, in welchen und wie du es erkennst© picture alliance / Zoonar

Nicht jede:r möchte Käfer, Larven oder Heuschrecken essen! Und trotzdem werden immer mehr Insekten als Lebensmittel in Deutschland zugelassen. Woran du erkennst, welches Essen bereits Insekten enthält und was passiert, wenn du die kleinen Tierchen isst.

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Diese Insekten sind in der EU in Lebensmitteln erlaubt

Beim Gedanken an Grillen, Larven, Läuse und Würmer in Lebensmitteln krabbelt in manchen Deutschen der Ekel hervor. Laut einer Umfrage von YouGov haben in Deutschland nur 13 Prozent schon mal Insekten gegessen. Dabei ist es in vielen Teilen der Welt völlig normal, Insekten zu essen. Was viele nicht wissen: Auch in Deutschland werden in einigen Produkten wie Brot, Nudeln oder Chips schon seit Jahren Insekten verarbeitet. 

Im Rahmen der Novel Food-Verordnung zu "neuartigen Lebensmitteln" muss in der EU eine Zulassung für jedes Insekt beantragt werden, das ein Hersteller bei der Produktion verarbeiten will. Als neuartige Lebensmittel gelten Produkte, die vor 1997 in Europa nicht verzehrt wurden. Bisher sind nur vier Insekten als Lebensmittel in der EU zugelassen:

  • Mehlkäfer (Tenebrio molitor) im Larvenstadium und Wanderheuschrecken (Locusta migratoria) dürfen seit 2021 bei der Herstellung von Lebensmitteln verarbeitet werden.
  • Hausgrillen (Acheta domesticus) sind seit 2022 erlaubt.
  • Im Januar 2023 kam mit einer neuen EU-Verordnung auch der Getreideschimmelkäfer (Alphitobius diaperinus) hinzu.

Das bedeutet aber nicht, dass jeder Hersteller diese vier Insekten in seinen Produkten verwenden darf. Zumindest für einige Jahre ist die Zulassung an den Hersteller geknüpft, der den Antrag gestellt hat. Das sind:

  • Für den Mehlkäfer die SAS EAP Group.
  • Für die Wanderheuschrecke und die Hausgrille die Fair Insects BV.
  • Für das teilweise entfettete Pulver der Hausgrille die Cricket One Co. LTD.
  • Und ganz neu für den Getreideschimmelkäfer die Ynsect NL BV.

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Warum sind Insekten in Lebensmitteln erlaubt?

Insektenprodukte gelten als alternative Proteinquelle. Für EU-Gegner ist die Insekten-Empörung ein gefundenes Fressen, dabei ist die Aufregung vollkommen unbegründet. Denn bei den meisten Insekten wird erst noch geprüft, ob die Verarbeitung in Lebensmitteln überhaupt sicher ist. Die Krabbeltierchen, die bereits zugelassen wurden, gelten als sicher und müssen auf den Produkten entsprechend gekennzeichnet werden.

Expert:innen sagen sogar voraus, dass in Zukunft mehr Menschen auf Insekten als Nahrungsmittel zurückgreifen müssen, um die Weltbevölkerung ernähren zu können. Auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) rechnet damit, dass Insekten zukünftig eine größere Rolle spielen werden. Schließlich gibt es 2111 essbare Insektenarten.

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Liste: In welchen Lebensmitteln sind Insekten enthalten?

Insekten können in zahlreichen Lebensmitteln verarbeitet werden. Insbesondere bei Farbstoffen und Getreideprodukten greifen Hersteller häufig zu der neuartigen Zutat. In diesen Produkten können Insekten enthalten sein:

  • Müsliriegel
  • Brot und Brötchen
  • Frühstückscerealien und Porridge
  • trockene Backwarenmischungen
  • Teigwaren wie Nudeln
  • Molkepulver
  • Suppen
  • Pizza
  • Gerichte auf Getreide- oder Teigwarenbasis
  • Snacks wie Chips, Cracker oder Brotstangen
  • Erdnussbutter
  • verzehrfertige, herzhafte Sandwiches
  • Fleischzubereitungen
  • Fleischersatzprodukte
  • Milch- und Milchersatzprodukte
  • Schokolade
  • Kaugummi
  • Fruchtgummi
  • Kaffeebohnen
  • Nahrungsergänzungsmittel
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Wie erkenne ich Insekten in Lebensmitteln?

Natürlich dürfen Lebensmitteln nicht einfach heimlich Insekten beigemischt werden. Die Produkte, in denen Insekten oder deren Ausscheidungen verarbeitet wurden, müssen gemäß der EU-Regeln entsprechend gekennzeichnet werden. Das heißt: Aus der Liste der Inhaltsstoffe muss klar hervorgehen, welche Insekten enthalten sind und in welcher Form diese verarbeitet wurden. Folgende Angaben sind demnach vorgeschrieben:

  • Der Name des Insekts auf Deutsch und Lateinisch.
  • In welcher Form, z.B. gepulvert, gefroren oder getrocknet, das Insekt verarbeitet wurde.
  • Warnung vor allergischen Reaktionen.

Auf der Verpackung sieht das dann in etwa so aus: "getrocknete Larven/Pulver aus Larven von Alphitobius diaperinus (Getreideschimmelkäfer)" oder "Acheta domesticus (Hausgrille, Heimchen), gefroren" und "Zutat kann bei Verbraucher:innen, die bekanntermaßen gegen Krebs- und Weichtiere und Erzeugnisse daraus sowie gegen Hausstaubmilben allergisch sind, allergische Reaktionen auslösen".

Versteckte Insekten in Lebensmitteln: E120 und E904

Besonders bei Farbstoffen setzt die Lebensmittelindustrie verstärkt auf Insekten. Roter Farbstoff, das sogenannte Karmin, wird zum Beispiel aus Scharlachschildläusen gewonnen, um Fruchtgummi oder Schokolinsen damit zu färben. Auf der Verpackung erkennst du das Läuserot an der europäischen Zulassungsnummer "E120", wie zum Beispiel bei "m&m's Crispy", "Saure Glühwürmchen" von Trolli, "Müllermilch Kirsch-Banane", dem Kaugummi "Full Fruit" von Mentos oder dem blutroten Aperitif Campari.
Dasselbe gilt für Schellack. Die harzige Ausscheidung von Lackschildläusen wird als Überzugsmittel für Pfirsiche, Äpfel, Birnen, Ananas, Melonen, Zitrusfrüchte sowie Kaffeebohnen, Nahrungsergänzungsmittel, Knabbereien und Schokolade eingesetzt. Auf der Inhaltsstoffliste erkennst du es an der Bezeichnung "E904". Da auch Fleischersatzprodukte wie Sojaschnitzel Insekten enthalten können, sollten Vegetarier und Veganer hier einmal genauer hinschauen. Als vegan oder vegetarisch dürfen diese Produkte dann laut EU-Recht aber nicht bezeichnet werden.

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Sind Insekten aus Fleisch?

Ja, Insektenfleisch hat gegenüber dem Fleisch von Nutztieren einige Vorteile: Essbare Insekten sind eine sehr gute Quelle von Omega-3-Fettsäuren, B-Vitaminen und wichtigen Mineralstoffen und enthalten einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Außerdem haben sie ähnlich viel Eiweiß wie das Fleisch von Rind, Schwein oder Geflügel. Der durchschnittliche Proteingehalt liegt zwischen 35 und 61 Prozent – bei manchen Grashüpfern und Grillen sogar bei bis zu 77 Prozent. Deshalb werden Insekten auch in der Tierfütterung eingesetzt, um den Proteinbedarf von Nutztieren zu decken. Studien zeigen zudem, dass es dem Weltklima gut tun würde, wenn mehr Menschen auf Insekten als Eiweißquelle umsteigen. Schließlich brauchen die Krabbeltiere weniger Platz und Ressourcen als Schweine, Rinder und Geflügel und verursachen weniger Treibhausgase.

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Was passiert, wenn man Insekten isst?

Solange keine Allergien bestehen, ist der Verzehr der in der EU zugelassenen Insekten nicht gefährlich. Wer auf Schalen- und Krustentiere, Weichtiere oder Hausstaubmilben allergisch reagiert, sollte beim Verzehr von Lebensmitteln mit Insekten vorsichtig sein. Deshalb ist auch der entsprechende Allergiehinweis verpflichtend. Ansonsten passiert aber gar nichts – bis auf die Tatsache, dass die Krabbeltiere dich mit Eiweiß und Nährstoffen versorgen. Auch wenn das bewusste Verzehren von Insekten in Deutschland bisher unüblich ist, gehören Insekten in vielen Ländern der Welt bereits fest zum Speiseplan und gelten teilweise in ihrer regionalen Zubereitungsart als Delikatesse – zum Beispiel gekochte geröstete Heuschrecken in Nigeria, Wespenlarven in Japan oder gekochte Ameisenlarven in Mexiko.

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