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Laborversuch mit Kaninchen

Laut Berichten von wissenschaft.de konnte die Wissenschaftlerin Renata Magalhaes mit ihrem Team an der Wake Forest University in North Carolina zum ersten Mal eine Gebärmutter im Labor herstellen und einem Kaninchen erfolgreich einpflanzen.

Den Tieren wurden zu Beginn der Behandlung körpereigene Zellen entnommen, die die Forscher auf einem vorgefertigten Polymergerüst zu einer Gebärmutter heranzüchteten. Nach der Einpflanzung der künstlichen Gebärmutter dauerte es zwar einige Monate, danach bekamen jedoch vier von zehn Kaninchen gesunden Nachwuchs.

Magalhaes' Kollege Anthony Atala war ebenfalls am Projekt beteiligt. Er sagt gegenüber wissenschaft.de: "Die fötale Entwicklung der Jungen war normal und die Nachkommen hatten bei der Geburt ähnliche Größe und Gewicht wie Kaninchenjunge aus normalen Gebärmuttern."

Kampf gegen Unfruchtbarkeit

Der gelungene Laborversuch könnte ein Durchbruch in der Kinderwunschmedizin sein. Rund sechs Prozent aller Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch haben eine nicht funktionsfähige Gebärmutter – oder das Organ fehlt vollständig. Bis ein künstlicher Uterus für Menschen im Labor entstehen kann, wird es jedoch noch Jahre dauern.

Auch Faktoren wie Abstoßreaktionen oder ethische Bedenken müssen vorher hinreichend beleuchtet werden. Transplantationen einer natürlichen Gebärmutter haben in der Vergangenheit allerdings bereits stattgefunden.

Künstlicher Uterus für Transgender?

Ob die Herstellung einer künstlichen Gebärmutter auch Transgender mit Kinderwunsch unterstützen kann, ist bisher nicht geklärt. Im Labor wurde die künstliche Gebärmutter nur weiblichen Kaninchen eingesetzt, die vor der Entnahme des Organs bereits einen natürlichen Uterus besaßen.

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