Genug Probleme mit Alkohol und Tabak
Warnung vor Cannabis-Freigabe
- Veröffentlicht: 14.05.2015
- 15:21 Uhr
- dpa
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung lehnt eine mögliche Cannabis-Legalisierung ab - weitere deutsche Politiker ebenfalls.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hält nichts von der Forderung des CDU-Wirtschaftsexperten Joachim Pfeiffer nach einer Freigabe von Cannabis. "Wir brauchen keine zusätzliche legale Droge, wenn wir mit Alkohol und Tabak schon genügend Probleme haben", sagte die CSU-Politikerin der "Passauer Neuen Presse". Auch der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer (CSU), wies den Vorstoß zurück und warnte vor einer Verharmlosung."Für Suchtprävention und Jugendschutz wäre dies ein fatales Signal."
Der Vizechef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, sagte: "Wer Cannabis legalisiert, stellt die Geschäftemacherei über die psychische Gesundheit." Die Einnahme von Cannabis-Produkten führe langfristig zu Persönlichkeitsveränderungen und erhöhe die Gefahr psychischer Erkrankungen, sagte er dem "Handelsblatt". Der CDU-Politiker forderte stattdessen mehr Geld für die Bekämpfung der Drogenkriminalität und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Polizei und Jugendbehörden.
Am Mittwoch hatte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, für einen legalen und staatlich regulierten Markt für die Droge als Genussmittel ausgesprochen. "Nur ein regulierter Markt für Cannabis kann organisierte Kriminalität wirksam bekämpfen", heißt es in einer Stellungnahme mit seinem Kollegen Dieter Janecek von den Grünen. Pfeiffer steht mit seiner Meinung in der Union weitgehend allein da. Cannabis-Produkte sind in Deutschland verboten - im Gegensatz zu anderen Ländern.
Update: Die Ampelkoalition im Deutschen Bundestag, hat in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, dass Abgabe von Haschisch und Marihuana an Erwachsene zu Genusszwecken entkriminalisiert und teilweise legalisiert werden soll. Cannabis selbst anbauen sowie der Erwerb und Konsum von bis zu 25 Gramm pro Erwachsener soll künftig nicht mehr strafbar sein.