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Für Verschärfung des Sexualstrafrechts

Kauder: Notfalls Freiheitsstrafen für Grapscher

  • Veröffentlicht: 27.02.2016
  • 17:33 Uhr
  • dpa
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© dpa/Michael Kappeler

Der Unionsfraktionschef im Bundestag begrüßt die geplante Verschärfung des Sexualstrafrechts und fordert in schweren Fällen auch Freiheitsstrafen für die Täter. Nach der Belästung von Mädchen in Kiel am Freitag wertet die Polizei nun Videoaufnahmen aus. Inzwischen meldeten sich weitere betroffene Frauen.

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Die Unionsfraktion im Bundestag will "Begrapschen" von Frauen härter bestrafen lassen. Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte dem Magazin "Focus": "Viele Frauen finden es völlig unverständlich, dass das sogenannte Grapschen in der Regel nur als Beleidigung durchgeht." Das sei ein unhaltbarer Zustand. "Die Fraktion will, dass solche Übergriffe schärfer strafrechtlich geahndet werden können - in besonders schweren Fällen auch mit Freiheitsstrafen", sagte Kauder.

Er begrüßte den Gesetzentwurf von Justizminister Heiko Maas (SPD) zu einer Verschärfung des Sexualstrafrechts. Die Union werde in den anstehenden Beratungen aber auf die Ergänzung dringen, dass "Begrapschen" härter bestraft werde.

Kiel: Polizei wertet Videos aus

Nach den Belästigungen von drei Mädchen durch eine große Männergruppe hat die Polizei in Kiel mit der Auswertung von Überwachungsvideos und Handy-Aufnahmen begonnen. "Eine spezialisierte Einheit der Kriminalpolizei unterstützt die Ermittler der Polizei bei den Auswertungen", sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Vor Montag könne nicht mit Ergebnissen gerechnet werden. Die Ermittlungen gegen weitere mutmaßliche Täter hätten zudem Vorrang.

Mehr als 20 Männer mit Migrationshintergrund sollen am Donnerstagabend drei Mädchen im Alter von 15, 16 und 17 Jahren in dem Einkaufszentrum am Kieler Hauptbahnhof massiv belästigt und verfolgt haben. Als mutmaßliche Haupttäter gelten nach Angaben der Polizei zwei Asylbewerber aus Afghanistan im Alter von 19 und 26 Jahren, die die Mädchen auch mit Mobiltelefonen gefilmt und fotografiert haben sollen. Die beiden Männer und zwei weitere Verdächtige wurden vorläufig festgenommen, sind aber wieder frei.

Weitere Frauen haben sich gemeldet

Der Polizeisprecher bestätigte Medienberichte, wonach sich nach dem Vorfall weitere Frauen gemeldet und von ähnlichen Erfahrungen im Einkaufszentrum "Sophienhof" berichtet hätten. Nach der umfangreichen Berichterstattung sei dies aber auch zu erwarten gewesen. Dass sich viele Frauen nicht sofort an die Polizei wenden, sei "ganz typisch für diese Art von von Scham geprägten Delikten", sagte der Sprecher.

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