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Nachhaltig Gärtnern

Pflanzen-Kraft: Wie du Komposterde selbst herstellen kannst

  • Aktualisiert: 16.04.2024
  • 16:50 Uhr
  • Christina Berlinghof
Nachhaltigkeit im Garten: So einfach lässt sich Komposterde selbst herstellen.
Nachhaltigkeit im Garten: So einfach lässt sich Komposterde selbst herstellen.© imago images/Cavan Images

Kompost ist ein wertvoller Bestandteil vieler Pflanzenerden. Er ist umweltfreundlich, kann recycelt werden und seine Herstellung zerstört im Vergleich zum Torfabbau keine Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Wie du Kompost im Garten selbst herstellen kannst und Komposterden effektiv mischst!

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Kompost anlegen

Das Herstellen von Kompost ist eine lang bewährte Methode des nachhaltigen Gärtnerns. Und es geht so einfach: Jeden Tag produzierst du beim Kochen organische Küchenabfälle, die du wunderbar für deinen nachhaltigen Garten nutzen kannst! Auch wenn du noch wenig Erfahrung damit hast, wird dir das Anlegen eines eigenen Komposthaufens gelingen, wenn du dich an ein paar grundlegende Regeln hältst.

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Der richtige Standort

Um hochwertigen Kompost selbst herzustellen, suchst du dir als Erstes einen geeigneten Standort für deinen Komposthaufen im Garten. Ideale Voraussetzung für einen gut ablaufenden Rotteprozesss ist ein halbschattiger und windgeschützter Platz sowie ein durchlässiger, unbefestigter Boden. Da du den Komposthaufen in heißen Perioden auch immer wieder wässern musst, ist ein Wasseranschluss in der Nähe hilfreich.

Du benötigst keine professionelle Umrandung für deinen Komposthaufen. Schon mit ein paar Holzbrettern oder einem Drahtgestell kannst du den Bereich gut abgrenzen und auch abdecken, so schützt du den Kompost vor dem Austrocknen.

Wie du aus Kompost Dünger selbst herstellen kannst, erklären wir dir hier ganz genau. Ebenso wie du Rasenschnitt kompostieren kannst. Außerdem: Wie du in sieben Schritten ein Obst- und Gemüsebeet anlegst, eine Blumenwiese planst und welche natürlichen Dünger für eine tolle Blütenpracht sorgen. Schnecken im Garten loswerden: Wie Haferflocken und Tomatenblätter dir dabei helfen.

Im Clip: So wird dein Garten umweltfreundlich

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Das kommt auf den Komposthaufen

Die Kompostierung wird von natürlich vorkommenden Würmern, Schnecken, Insekten, Bakterien und Pilzen vorgenommen - das klappt aber nur, wenn deren Lebensbedingungen gut sind. Neben dem Standort ist dafür auch die Wahl des Kompostgutes entscheidend. Es kommt also auch auf die richtige Mischung von organischen Abfällen an.

Außerdem kannst du - je nachdem, was du kompostierst - unterschiedliche Kompost-Typen mit hohem oder eher niedrigem Nährstoffgehalt herstellen. Welche Erde Pflanzen brauchen, um optimal wachsen zu können!

Diese Abfälle sind gut für deinen Kompost geeignet:

  • Ungekochte Gemüse- und Obstabfälle
  • Teebeutel, Kaffeesatz
  • Gartenabfall aus holzigen, faserigen oder krautigen Resten
  • Angetrockneter Rasenschnitt
  • Stall- und Käfigmist
  • Holzasche (maximal drei Prozent)

Ungeeignet für den Kompost:

  • Unkraut
  • Fleisch- und Speisereste
  • Milchprodukte
  • Textilien
  • Glas, Metall oder Kunststoff
  • Kehricht

Grundsätzlich gilt: Vermische immer Feuchtes mit Trockenem und Feines mit Grobem. Auch ein regelmäßiges Umschichten oder sogar Wechseln des Standorts, ist hilfreich, damit der Kompost ausreichend belüftet wird und sich ein wertvolles Rottegut bilden kann.

Wenn du vor allem Küchenabfälle auf den Kompost schmeißt, solltest du grobe Stücke immer zerkleinern, damit sie von den Mikroorganismen und Lebewesen leichter verarbeitet werden können. Gib außerdem ab und zu eine dünne Lage Gartenerde als Zwischenschicht auf den Haufen.

Komposterde selbst herstellen

Selbst zu kompostieren ist die umweltfreundlichste Art des Entsorgens von Abfällen. Wenn sich nach einiger Zeit wertvoller Kompost gebildet hat, kannst du ihn als Pflanzendünger verwenden oder in selbst gemischte Erden einarbeiten. Da die meisten Komposte recht nährstoffreich sind und oft einen hohen ph-Wert aufweisen, verwendet man sie selten pur, sondern mischt Zuschlagstoffe dazu. Das können zum Beispiel Sand, Perlite, Blähton, Holzfasern oder Rindenhumus sein, je nachdem, welche Eigenschaften du der selbst gemischten Erde mitgeben möchtest. Mit den Zuschlagstoffen erreichst du zum Beispiel eine bessere Wasserdurchlässigkeit und Durchlüftung deiner Erde, auch die Strukturstabilität kann sich durch bestimmte Zugaben erhöhen.

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Dafür kannst du Kompost verwenden

Kompost hat, je nach seinen Ausgangsstoffen, unterschiedliche Eigenschaften und ist je nach Reifegrad für unterschiedliche Pflanzen geeignet. Junger Kompost ist zum Beispiel nicht strukturstabil und meist sehr nährstoffreich. Für die Aussaat oder Anzucht von Jungpflanzen ist er deshalb nicht geeignet, kann aber als Dünger für gewachsene Pflanzen verwendet werden. Seine Nährstoffe sind frei und für die Pflanzen gut verfügbar. Er bleibt aber nicht dauerhaft im Boden und verbessert seine Eigenschaften nicht.

Bis dein Komposthaufen zu Reifekompost gereift ist, und du eine nährstoffarme Rotte erhältst, bei der sich sogar Holz zu stabilem Humus umgewandelt hat, vergehen meist ein bis zwei Jahre. Reifekompost kannst du gut als Bodendünger einsetzen, er verbessert die Bodeneigenschaften nachhaltig, liefert den Pflanzen aber kaum Nährstoffe.

Zum Rosen düngen eignet sich eigener Kompost perfekt. Wie du Hortensien schneiden und düngen, und wie du Dahlien richtig düngen kannst, verraten wir in unseren Gartentipps.

Klassische Pflanzenerde mischen: Step-by-Step-Anleitung

Torffreie Basis-Gartenerde kannst du selbst herstellen. Wichtig ist die ausgewogene Mischung von natürlichen Komponenten. Mische dazu mit beiden Händen oder einer Schaufel:

  • 1 Teil Reifekompost von deinem Komposthaufen
  • 1 Teil lehmhaltige Gartenerde
  • 1 Teil Sand, feinkörniger Kies oder Holzfasern

Falls du noch keine hochwertige Gartenerde, auch als Mutterboden bekannt, zum Mischen aus deinem Garten verwenden kannst, kaufst du sie einfach in einem  Gartencenter.

Selbst hergestellte Komposterde kannst du vor dem Verwenden sterilisieren, um mögliche Bakterien oder Schimmelsporen abzutöten. Hier erklären wir Schritt für Schritt, wie du Blumenerde sterilisieren kannst.

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