- Bildquelle: Getty Images/MStudioImages © Getty Images/MStudioImages

Darf man Minderjährigen Pornos zeigen? 

Grundsätzlich ist es nach den in Deutschland geltenden Gesetzen (konkret § 184 StGB) verboten, einer Person unter 18 Jahren eine pornografische Schrift anzubieten, zu überlassen oder zugänglich zu machen. Mit "Schrift" sind hier sämtliche Medieninhalte gemeint, also auch Filme und Webseiten. Der Begriff der Pornografie ist gesetzlich nicht klar definiert, nach vorherrschender Meinung wird das Vorliegen von Pornografie im Sinne des Gesetzes aber dann bejaht, wenn sexuelle Vorgänge  so dargestellt werden, dass sonstige menschliche Bezüge ausgeklammert werden, sie in grob aufdringlicher Weise in den Vordergrund rücken und in ihrer Gesamttendenz ausschließlich oder überwiegend auf sexuelle Stimulation angelegt ist.

Das gilt auch, wenn die im Einklang mit allgemeinen gesellschaftlichen Wertvorstellungen gezogenen Grenzen eindeutig überschritten werden. Das Zugänglichmachen von Pornografie an Minderjährige, also für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bestraft werden.

Die Ausnahme: Dürfen Eltern ihren Kindern Pornos zeigen?

Es gibt jedoch eine Ausnahme für Eltern bzw. Erziehungsberechtigte: Diese machen sich nicht strafbar, wenn sie dem Kind, für das sie sorgeberechtigt sind, pornografische Inhalte zugänglich machen, sofern sie dies aus pädagogischen Motiven tun und ihre Erziehungspflicht dadurch nicht grob verletzen. Eine "gröbliche Verletzung" der Erziehungspflicht ist zum Beispiel dann gegeben, wenn die Erziehungsberechtigten dem minderjährigen Kind oder Jugendlichen pornografische Inhalte zeigen, um das Kind oder den Jugendlichen sexuell zu erregen oder um sich selbst in Anwesenheit des Kindes oder Jugendlichen zu erregen.

Fazit: Wenn Sie mit Ihrem Kind über Sexualität sprechen und dabei auch über das Thema Pornografie aufklären möchten, kann es also erlaubt sein, dass Sie auch pornografische Inhalte zeigen. Im Vordergrund muss dabei die Aufklärung, Erziehung und pädagogische Begleitung im Umgang mit der Thematik stehen.

Medienerziehung in der Familie: Hilfe, mein Kind schaut Pornos!

Viele Kinder und Jugendliche kommen im Netz schon früh in Kontakt mit pornografischen Inhalten, zufällig und ohne Absicht genauso wie aus Neugierde und Interesse. Für Eltern kann das erschreckend sein, wenn sie irgendwann mitbekommen, dass ihr Kind Pornos schaut. Warum das nichts Unnormales ist, welche pornografischen Inhalte problematisch sein können und wie Sie damit umgehen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag von Elternguide.online – ein Angebot für die Medienerziehung in der Familie.

Quelle: Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (CC BY-SA 4.0)

Mütter machen Porno | Logo FSM 625x174 zur Quellenangabe
© FSM e.V.

Weitere beliebte Sendungen