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Frühstücksfernsehen

Queen trauerte, Johnson-Gefolge feierte: Bericht sorgt für Empörung

14.01.2022 • 08:18

Der Druck auf Boris Johnson nimmt nicht ab, im Gegenteil: Seiner Regierung werden zu allem Überfluss zwei illegale Feiern am Vorabend der Beisetzung von Queen-Gemahl Prinz Philip unterstellt.

Regierung feierte während Queen trauerte

Erst jetzt wird bekannt, dass es 2021 eine weitere Lockdown-Party im Amtssitz des britischen Premierministers gegeben haben soll. Für besondere Empörung sorgt dabei, dass die besagte Feier nicht nur während des strengen Corona-Lockdowns stattfand, sondern auch noch am Vorabend der Beisetzung von Prinz Philip.

Mit dem feucht-fröhlichen Zusammenkommen verstießen die Mitarbeiter von Premierminister Boris Johnson nicht nur gegen die geltenden Corona-Maßnahmen, sie verhielten sich auch noch im besonderen Maße pietätlos.

Lockdown-Party am Vorabend der Beerdigung

Während sich Königin Elizabeth II. am 16. April 2021 auf die Beisetzung ihres verstorbenen Mannes vorbereitete, ließ man es in der Downing Street Nummer 10 krachen. In der jüngsten Vergangenheit wurden bereits ähnliche Feiern aus dem Mai und Dezember 2020 publik. Bei dem neuesten bekannt gewordenen Fall handelt es sich um die erste sogenannte „Lockdown-Party“ aus dem Jahr 2021.

10 Downing Street ist der offizielle Amtssitz des Premierministers des Vereinigten Königreichs und zusammen mit dem Nachbarhaus Nummer 11 zugleich auch dessen Wohnsitz. Der Begriff Downing Street gilt als Synonym für die britische Regierung und eine Party in diesen altehrwürdigen Gemäuern wird alleine schon wegen dieser untrennbaren Verknüpfung sofort mit dem amtierenden Premierminister in Verbindung gebracht.

Boris Johnson selbst nicht unter den Party-Gästen

Allerdings soll Boris Johnson weder an der besagten Feier teilgenommen, noch sich zu diesem Zeitpunkt in der Downing Street aufgehalten haben. Trotzdem sorgt der Bericht für massive Empörung und erhöht den Druck auf Johnson.

Die britische Tageszeitung "Daily Telegraph" berichtet, dass sich rund 30 Mitarbeiter am 16. April getroffen haben, zusammen Alkohol getrunken und getanzt haben sollen – trotz strikter Abstandsregeln und dem Verbot von Treffen mehrerer Haushalte in geschlossenen Räumen.

Jetzt fordern auch Partei-Kollegen seinen Rücktritt

Vor wenigen Tagen erst hatte sich der britische Premier öffentlich vor dem Parlament für die Lockdown-Party im Mai 2020 mit den Worten entschuldigt: "Ich weiß, dass viele Menschen wütend auf mich und die Regierung sind, die ich anführe, weil sie denken, dass im Regierungssitz die Regeln von den Menschen nicht umgesetzt werden, die sie aufstellen. Ich bedauere sehr, dass wir an diesem Abend nicht anders gehandelt haben."

Dem Abgeordneten Karl Turner aus der oppositionellen Labour Party (was hier aber für Partei steht) kamen die Worte des Premierministers allerdings wie Heuchelei vor: "Es tut ihm nur Leid, weil er erwischt worden ist. Wie kann er also glauben, dass er immer noch eine Regel für sich und eine andere für den Rest von uns aufrechterhalten kann. Das kann er nicht und er muss zurücktreten."

Mit dem Bekanntwerden einer erneuten Party – zudem noch zum denkbar unpassendsten Zeitpunkt – gießt Boris Johnson nun also erneut Öl ins Feuer und facht die Forderungen nach seinem Rücktritt weiter an. Inzwischen fordern den nicht nur die Labour Party, sondern auch Politiker:innen aus den eigenen Reihen. Der parteiinterne Widerstand unter den Tory-Abgeordneten wächst zusehends.

Im Clip: "Zwei sehr schwierige Ereignisse": Kein friedliches Jahr 2022 für die Queen?

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