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Medizinischer Durchbruch: Erste Frau offenbar von HIV geheilt

16.02.2022 • 08:33

Amerikanische Ärzte haben nach eigenen Angaben erstmals eine Frau heilen können, die an HIV und Leukämie erkrankt war. Möglich wurde das durch eine neue Stammzellentherapie.

US-Forschende Dr. Yvonne J. Bryson führte neue Stammzellentherapie durch

Die Behandlung fand unter der Führung von Dr. Yvonne J. Bryson, einer Spezialistin für pädiatrische Infektionskrankheiten an der David Geffen School of Medicine sowie ihren Kolleg:innen statt.
Anders als zuvor wurde bei der als "New York Patientin" bekannten Frau eine "Haplo-/Nabelschnurtransplantation" durchgeführt. Sie besteht aus Stammzellen eines Verwandten und Stammzellen aus der Nabelschnur eines Säuglings. Das Besondere daran: Die Säuglingsstammzellen enthielten ein natürlich vorkommendes Gen-Merkmal, das Menschen gegen HIV resistent macht.

HIV-Viruskonzentration war nicht mehr nachweisbar

Nach der Transplantation nahm die Frau Medikamente, die sie aber vor 14 Monaten abgesetzt hatte. "Die Viruskonzentration in ihrem Blut war während dieser ganzen Zeit nicht nachweisbar", sagte Forscherin Bryson bei der Vorstellung ihrer Ergebnisse auf der "Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections".
Die "New York Patientin" ist nun der dritte Fall in der Medizingeschichte: Im Jahr 2009 hatten Forschende erstmals bekannt gegeben, dass ein Mann mit Leukämie möglicherweise durch eine Transplantation von HIV-resistenten Stammzellen von HIV geheilt wurde. Er starb allerdings später an Leukämie. Der neue Fall gibt Grund zur Hoffnung, ist aber noch weit von einer praktikablen Standardtherapie entfernt.

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