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Frühstücksfernsehen

Krieg in der Ukraine: Papst geht auf Nato los und erntet Kritik

06.05.2022 • 08:51

Klare Worte gegen die Nato: Papst Franziskus sieht die Nato-Osterweiterung als einen Grund für den Krieg in der Ukraine. 

Papst spricht von "Bellen vor Russlands Tür"

Gegenüber der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" machte das katholische Kirchenoberhaupt das Verhalten der Nato mitverantwortlich für den russischen Einmarsch in das Land. Franziskus beschrieb in einem Interview mit der Zeitung die militärische Verstärkung im Osten Europas als "Bellen" [der Nato] vor Russlands Tür".
Der Papst könne zwar nicht sagen, ob Wladimir Putins militärisches Vorgehen gegenüber der Ukraine provoziert wurde, "aber ich vermute, dass sie vielleicht durch die Haltung des Westens erleichtert wurde", mutmaßte der 85-Jährige.
Sicherheitspolitikexperte Markus Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) sieht diese Aussage kritisch. Gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärt Kaim: "Der Papst wiederholt leider eine altbekannte russische Propaganda, die jeder Grundlage entbehrt. Weder hat die Nato Russland versprochen, sich nicht nach Osten zu erweitern, noch steht man den Russen feindlich gegenüber – im Gegenteil."

Papst plant vorerst keine Reise in die Ukaine

Für eine Reise nach Kiew sei Franziskus "noch nicht bereit", erklärte er. "Zuerst muss ich nach Moskau, ich will zuallererst Putin treffen". Auf ein Gespräch mit dem Kremlchef habe er aber geringe Hoffnungen. Er habe bereits im März um ein Gespräch mit Putin gebeten, jedoch keine Antwort erhalten. "Aber wie kann man nicht alles versuchen, um die Gräueltaten zu stoppen?", betone Franziskus.

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