Teilen
Merken
Frühstücksfernsehen

Immunisierung gegen Krebs: Forscher entwickeln Tumor-Impfstoff

13.01.2022 • 14:05

Bisher konnten Krebszellen sich in unserem Körper vermehren, ohne vom Immunsystem angegriffen zu werden. Forscher:innen aus den USA ist es nun gelungen, Krebszellen durch eine Impfung als fremden Erreger sichtbar zu machen.

Immunisierung gegen Krebs: Forscher entwickeln Tumor-Impfstoff

Warum kämpft das Immunsystem nicht gegen Krebs? Diese Tücke des menschlichen Körpers kostet laut Statista jährlich circa zehn Millionen Menschen weltweit das Leben – Tendenz steigend. Ein Forschungsteam der University of Chicago setzt genau hier an: Ein Krebs-Impfstoff soll das Immunsystem dazu trainieren, Krebszellen als fremde Erreger zu erkennen und somit von innen heraus zu bekämpfen. Ein neuer Ansatz in der Krebstherapie:

"Wir versuchen, nicht so sehr mit einem Vorschlaghammer zu schlagen, sondern zu verfeinern und zu verstehen, was zu einer breiteren und langanhaltenden Immunantwort beiträgt", so Impfstoff-Entwicklerin Melody Schwartz in einem Podcast der Universität.

Krebszellen tricksen unseren Körper aus – aber nicht mehr lange?

Bisher ist es Krebszellen gelungen, das menschliche Immunsystem auszutricksen. Den Wissenschaftler:innen ist es gelungen, Tumorzellen zu entnehmen, außerhalb des Körpers zu bestrahlen und somit "zu töten". Werden diese toten Zellen, verstärkt mit einem pharmazeutischen Hilfsstoff schließlich injiziert, erzeugt das eine Immunantwort im Lymphsystem: "Es ist genau wie ein normaler Impfstoff, wie ein Grippeimpfstoff."

Steht Durchbruch kurz bevor? Auch Biontech arbeitet an einem Impfstoff gegen Krebs

Das soll theoretisch bei jeder Art von Krebs funktionieren – erste Studien mit Mäusen sind laut Schwartz bereits erfolgreich verlaufen. Einer von vielen potentiell bevorstehenden Durchbrüchen in der Krebsforschung: Auch BionTech gab vor Kurzem bekannt, mit einem mRNA-Impfstoff gegen Krebs in eine Phase-II-Studie zu starten.

Weitere Videos