Warum es besser ist, morgens liegen zu bleiben, anstatt Sport zu machen

Es liegt alles an den Hormonen
Dr. Guy Meadow arbeitet an einer Lampe, die das natürliche Sonnenlicht simuliert und das Aufstehen morgens erleichtern soll. Berufsbedingt hat er sich also sehr intensiv mit gesundem Schlaf auseinandergesetzt.  Meadow ist der Meinung, dass sich zu wenig Schlaf, durchaus auf den Körperfettanteil auswirken kann.

Er beruft sich auf Studien, welche besagen, dass Personen, die durchschnittlich 6 Stunden pro Nacht schlafen, nur zu 27 Prozent übergewichtig sind. Bei Personen, die nur 5 Stunden pro Nacht schlafen, liegt die Rate sogar bei ganzen 73 Prozent!

Die Ursache darin, liegt in unseren Hormonen und zwar in genau zwei, um genau zu sein.
Ghrelin nennt sich das Hormon, welches den Appetit reguliert und somit vorgibt, wie hungrig wir uns fühlen. Leptin wiederrum kontrolliert das Völlegefühl und gibt somit den Impuls, dass wir satt sind und aufhören können, zu Essen.

Zu wenig Schlaf bewirkt, dass der Ghrelinspiegel steigt, gleichzeitig sinkt aber der Leptinspiegel. Das führt logischerweise dazu, dass wir einen stärkeren Hunger verspüren, aber das Sättigungsgefühl leider langsamer eintritt. Darum essen wir mehr als sonst, um satt zu werden.

Das Gefühl, nach einer durchzechten Nacht, mit einem Loch im Bauch aufzuwachen, ist also nicht nur Einbildung und hat auch nicht nur mit dem Alkohol zu tun. Damit wäre einfach erklärt, warum wir nach Pizza und Burger trotzdem immer noch weiter essen können, ohne satt zu werden.  

burger

Schlechte Entscheidungen 
Laut Studien steigt unsere Lust nach Essen außerdem um 45 Prozent, wenn wir zu kurz geschlafen haben. Zu allem Überfluss kommt dazu, dass wir dann auch schlechtere Entscheidungen treffen, vor allem was die Wahl unseres Essens angeht. So bestätigten Wissenschaftler der Uppsala University in Schweden, dass Schlafberaubte Menschen sich meist für Nahrungsmittel entscheiden, welches um 9 Prozent reicher an Kalorien sind, als die Mahlzeiten, die sie sich sonst aussuchen würden.
Meadow erklärt dieses Phänomen damit, dass man weniger Willenskraft hat, wenn man unausgeschlafen ist. Man folgt schnellen Impulsen, anstatt lange über seine Entscheidungen nachzudenken.

Ernährungsberaterin Lily Soutter stimmt Meadows Theorie, dass ausschlafen sich genauso gut auf den Körper auswirkt, wie Sport, zu. Sie bezieht sich auf eine aktuelle Studie, welche gesagt, dass Schlafmangel Bauchfett fördern kann. Dieses ist bekanntermaßen schwer wieder loszuwerden! Da ist schlafen definitiv leichter…

Wissenschaftler untersuchten den Level des Stresshormons Cortisol bei Menschen mit Schlafmangel und fanden heraus, dass dieser erhöht war. Ein hoher Cortisolanteil regt den Körper dazu an, mehr Fettreserven am Bauch zu sammeln, damit bei zu hohem Stress darauf zurückgegriffen werden kann.

bauchfett

Ineffektive Workouts
Soutter betont außerdem, dass ein Workout mit zu wenig Schlaf, generell weniger effektiv ist. Ausreichend Schlaf sei besonders wichtig für ein gutes Work Out, da sich dann das Muskelgewebe erholen kann und die Zellerneuerung regeneriert wird. Schlafmangel kann also durchaus als Todfeind für den Aufbau von Muskelmasse und das Verbrennen von Fett angesehen werden kann.
Außerdem ist die Gefahr, dass man sich während des Sports selbst verletzt oder ein Unfall passiert, höher wenn man müde ist, da die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen beeinträchtigt sind.  

Kontinuierlicher Schlafmangel kann die kognitiven Fähigkeiten laut Meadows genauso einschränken, wie zwei ganze Tage ohne Schlaf.

Wenn du also wirklich gesund und fit bleiben möchtest, solltest du genügend Schlaf zu deiner Priorität machen.

Das ist doch mal ein Tipp, den man sich gerne zu Herzen nimmt!

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