Studie: Schwestern machen glücklicher

Jeder, der Geschwister hat, wird es wahrscheinlich bestätigen: Egal wie viele stressige Momente sie einem bescheren, am Ende möchte man auf Bruder oder Schwester doch nie verzichten. Am wenigsten offenbar auf letztere. Eine Studie der De Montfort University und der Ulster University hat herausgefunden: Menschen, die mindestens eine Schwester haben, sind glücklicher als Menschen, die keine Geschwister oder gar Brüder haben.
An der Studie nahmen 571 Personen im Alter von 17 bis 25 Jahren teil. Die Probanden mussten einen psychologischen Fragebogen ausfüllen. Abgefragt wurden die Familienkonstellation und das eigene, emotionale Befinden. Das Ergebnis fiel eindeutig aus! Personen, die mit einer Schwester aufgewachsen sind, waren demnach glücklicher und zeigten mehr Optimismus im Leben.

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Warum ist das so?
Mit Problemen gehen viele Geschwister lieber zu ihrer Schwester, als zu den Eltern. Nicht alles, was man einer Schwester erzählen kann, ist auch für die Ohren von Mama und Papa bestimmt.  
Schwestern sind offen, mitfühlend und verständnisvoll gegenüber ihren Geschwistern. Sie haben immer ein offenes Ohr, weshalb es viel leichter ist, mit ihnen über Gefühle zu reden und sich zu öffnen.
Außerdem wünscht sich eine Schwester meist nur das Beste für ihre Geschwister. Sie wird sie immer wieder motivieren. Außerdem sind Schwestern Spitzenreiter darin, ihren Geschwistern Mut zuzusprechen.
Laut den Ergebnissen der Studie haben Schwestern deshalb einen besseren Einfluss auf die eigene Psyche und die geistige Gesundheit. Jungs oder Mädchen, die mit einer Schwester aufwachsen, sind ausgeglichener, ehrgeiziger, unabhängiger, haben ein besseres Sozialleben und mehr Freunde als Einzelkinder oder Personen mit Brüdern.

Der Effekt des „Schwester-Habens“ wurden besonders deutlich bei Familien, in denen schwierige Zustände herrschten. Wenn sich zum Beispiel die Eltern trennten, suchten viele Geschwister vor allem Trost bei ihrer Schwester. In diesen Zeiten wurde sie besonders wichtig.

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Und was ist mit den Brüdern?
Tatsächlich erhielten Teilnehmer mit Brüdern noch schlechtere Bewertungen als Einzelkinder. Das kann laut Professor Tony Cassidy daran liegen, dass Brüder beziehungsweise Jungs generell selten miteinander über ihre Gefühle reden und ihre Probleme lieber für sich behalten. Eine Schwester sei da sensibler und würde auch nachhaken, wenn sie merkt, dass etwas nicht stimmt.
 
Einzelkinder seien demnach mindestens genauso kommunikationsstark wie Personen mit einer Schwester. Die soziale Förderung ist zwar innerhalb der Familie nicht ganz so intensiv, jedoch müssen sich Einzelkinder außerhalb vom Zuhause mehr sozialen Herausforderungen stellen, weshalb sie bei der Studie auf dem mittleren Rang landeten.

Wenn man sich das nächste Mal also wieder dabei ertappt, dass man seine Schwester verflucht, weil sie schon wieder ohne zu fragen das Lieblings-Shirt aus dem Schrank gemopst hat oder mal wieder alles besser weiß, dann sollte man vielleicht auch mal daran denken, wie viel Bereicherung sie trotz allem für unser Leben bedeutet.  

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