Jährlich werden etwa 10.000 bis 15.000 Vaterschaftstests von deutschen Gerichten zur Klärung weitergegeben. Die Gerichte sehen eine Vaterschaft als "praktisch erwiesen" an, wenn eine Wahrscheinlichkeit von mindestens 99,9% erreicht wird. Neben den durch Gerichte geklärten Vaterschaften, werden laut Schätzungen aber auch etwa 40.000 bis 50.000 private Vaterschaftstests pro Jahr, mit oder ohne Einwilligung der Mutter oder des Kindes durchgeführt. Das Gendiagnostikgesetz aus 2009 verbietet allerdings Gentests ohne vorherige Aufklärung und ausdrückliche schriftliche Einwilligung der Beteiligten. Erhärtet sich jedoch der Verdacht der zweifelnden Väter, können Gerichte auch gegen den Willen der Mutter den Vaterschaftstest anordnen. Experten schätzen, dass etwa jedes zehnte Kind in Deutschland ein sogenanntes Kuckuckskind ist.

Hättest du es gewusst?

Der Bundesgerichtshof entschied 2008,  das Scheinväter, mutmaßliche leibliche Väter sogar durch ein Abstammungsgutachten zur Vaterschaftsfeststellung zwingen und den gezahlten Unterhalt von diesen zurückklagen können.