In Deutschland arbeiten rund 4400 Gerichtsvollzieher. Diese waren bis zum 31.07.2012 Beamte der Justiz sind aber seit dem 01.08.2012 nur noch freiberuflich tätig. Ihre Aufgabe besteht insbesondere in der Durchsetzung von Geldforderungen des Gläubigers gegen den Schuldner. Im Zuge dessen hat der Gerichtsvollzieher das Recht nicht nur Geld sondern auch bewegliche Vermögensgegenstände wie
z. B. Möbel, Kraftfahrzeuge oder Schmuck zu pfänden. So hat ein Gerichtsvollzieher in Deutschland im Schnitt pro Jahr etwa 1400 Vollstreckungsaufträge zu erledigen und zieht dabei allein in NRW jährlich etwa 288.000 Euro durchschnittlich ein. Gepfändete Gegenstände kennzeichnet der Gerichtsvollzieher in der Regel mit einem aufgeklebten Pfandsiegel, im Volksmund auch „Kuckuck“ genannt. Vom unberechtigten Entfernen eines derartigen Siegels ist abzuraten, da man sich damit des Siegelbruchs strafbar macht. Wer allerdings der Meinung ist, dass das Vorgehen des Gerichtsvollziehers nicht korrekt war, kann dies durch ein Amtsgericht überprüfen lassen.

Hättest du es gewusst? Das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung gilt auch für den Gerichtsvollzieher. Den muss man nur hereinlassen, wenn er einen Durchsuchungsbeschluss hat. Wird der Zutritt zur Wohnung trotz Beschluss verwehrt, kann die Wohnungstür per richterlicher Durchsuchungsanordnung gewaltsam geöffnet werden. Die Kosten für die Notöffnung der Tür sind dann allerdings vom Schuldner zu tragen.