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17:30 SAT.1 Bayern

Wolf in Oberfranken: Könnte er gefährlich werden?

04.03.2021 • 17:30

Über 20 tote Schafe und Damwild in den letzten Tagen in Oberfranken - daran soll ein Wolf Schuld sein. Könnte er gefährlich werden? Willi Reinbold, Wolfsbeauftragter beim Landesbund für Vogelschutz, mit den Antworten.

Wolf in Oberfranken

25 tote Tiere.
Innerhalb von nur 4 Tagen.
Im oberfränkischen Betzenstein treibt wohl ein Wolf sein Unwesen.
Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber fordert deshalb die Erleichterung der Entnahme des Wolfes.
Also einen einfacheren Abschuss.

MICHAELA KANIBER (CSU) - Landwirtschaftsministerin
"Der Wolf ist ja EU-artenschutzrechtlich sehr geschützt, das sehen wir natürlich absolut und es ist ja auch niemand dabei, der den Wolf ausrotten möchte, im Gegenteil. Aber ich finde ein enges Zusammenleben, gerade in dicht besiedelten Räumen ist nicht möglich.

Schon im Januar ist ein Wolf bei Höfen durch ein Wohngebiet gelaufen.
Besteht durch die vermehrten Wolfssichtungen und Attacken Gefahr für uns Menschen?
Der bayrische Wolfsbeauftragte klärt auf:

WILLI REINBOLD, Wolfsbeauftragter Landesbund für Vogelschutz
"Wir haben in Westeuropa, außerhalb Russlands, 20.000 Wölfe. Und in den letzten 40 Jahren ist kein einziger Mensch ernsthaft von einem Mensch verletzt worden. Rechnen sie nur, wie viele Wildschweine oder Kühe einen Menschen verletzt haben. Wer des glaubt, dass der Wolf gefährlich ist, sag ich immer, der muss auch glauben, dass der Storch die Kinder bringt."

Denn in der Regel hat das Tier mehr Angst vor uns, als wir vor ihm.
Und Tiere wie in den Wildgehegen reißt der Wolf nur, wenn er einfach in die Gehege kommt und seine potentielle Beute nicht fliehen kann.
Um die 30 Wölfe sind derzeit bei uns in Bayern unterwegs,
eine Begegnung ist also unwahrscheinlich - aber möglich:

WILLI REINBOLD, Wolfsbeauftragter Landesbund für Vogelschutz
"Bleiben Sie stehen. Machen Sie sich als Mensch erkenntlich. Nicht wie eine Salzsäule stehen bleiben, sondern hau ab. Und einen Hund sowieso in der freien Natur an der Leine halten. Nicht weglaufen, nicht stolpern und nach 30 Sekunden sagt der Wolf: Mensch, der interessiert mich nicht."

Und um die Tiere, wie in Betzenstein zu schützen, gibt es spezielle Zäune, durch die der Wolf nicht in die Gehege kommt.
Ein Abschuss kann so verhindert werden.

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