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Nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau in Hannover ist ein 35-Jähriger zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe wegen Mordes verurteilt worden. Außerdem werde die besondere Schwere der Schuld festgestellt, sagte Stefan Joseph, Vorsitzender Richter des Schwurgerichts Hannover, am Donnerstag (Az. 39 Ks 7/20). "Es ist ziemlich verstörend", sagte der Richter zu der Tat - und zum Verhalten des Mannes gegenüber Frauen.

Der 35-Jährige aus Dessau in Sachsen-Anhalt war nach Überzeugung des Gerichts im Januar 2020 in die Wohnung der 23-Jährigen eingedrungen. In ihrem Badezimmer erstach er sie mit einem Klappmesser, dabei wurde die Halsschlagader durchtrennt. Außerdem schlug er sie. Das Urteil entsprach weitgehend der Forderung der Anklage: Staatsanwältin Wiebke Gratz und Nebenklagevertreter Marco Bennewitz hatten lebenslange Haft wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen gefordert, die besondere Schwere der Schuld sollte festgestellt werden. Die Verteidigung sprach sich für neun Jahre Gefängnis wegen Totschlags aus.

"Es ist ziemlich verstörend"

Die Tat habe sich anhand der Beweise rekonstruieren lassen, auch wenn der 35-Jährige in der Verhandlung geschwiegen und nur mit dem Sachverständigen gesprochen habe, sagte Gratz in ihrem Plädoyer. Einen Tag nach dem Verbrechen hatte er sich allerdings in Dessau der Polizei gestellt - und gestanden. Besessen war der Dessauer von der 23-Jährigen, davon, an ihrem Leben teilzuhaben, wie sein Verteidiger Sven Tamoschus in seinem Plädoyer sagte. Aber: Er habe sie nicht töten wollen, betonte die Verteidigung.

Die beiden Deutschen hatten sich im Juli 2017 kennengelernt - das Opfer wollte aber keine Beziehung. Der 35-Jährige fühlte sich zurückgewiesen. Ab Dezember 2017 kam es zu Stalking-Angriffen, der Mann soll begonnen haben, die 23-Jährige in sozialen Netzwerken, aber auch telefonisch und persönlich zu belästigen und ihr nachzustellen. Auf Snapchat und Instagram legte er mindestens 50 Profile der jungen Frau mit freizügigen Bildern an. Außerdem beobachtet er die 23-Jährige, observierte sie geradezu mit einem GPS-Tracker am Auto der Mutter in Dessau.