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Wer den 1992 geborenen Briten auch nur einmal live gehört hat – zum Beispiel bei seinen Gastspielen auf dem Lollapalooza Berlin 2015 und 2017 – der wird ihm sofort verfallen. Diese mal wundersam hohe, mal mit einem dunklen Timbre vibrierende Stimme ist wohl das, was man eine Ausnahme-Stimme nennt. Zum Glück hat Sam Smith bei all dem Talent und der Stimmgewalt jedoch auch immer sehr gute Songs mit sehr guten Lyrics am Start – was ja nicht für alle großen Pop-Stimmen gilt. Mit „Diamonds“ veröffentlicht Smith nun einen weiteren Song aus seinem dritten Album „Love Goes“, das Ende des Monats erscheinen wird. Nach der spannenden Kooperation „My Oasis“ feat. Burna Boy, die mit wuchtigen Beats, Latin-Gitarren-Vibes und dem Einfluss der nigerianischen Dancehall-Ikone neue Genreschubladen für Smith öffnete, ist „Diamonds“ reinster Pop im besten Wortsinn. Nach einem dramatisch dräuenden Intro wird der Song tanzbar, ohne dabei an Dramatik einzubüßen. Im Refrain singt Smith „My Diamonds leave with you / you’re never gonna hear my heart break / Never gonna move in dark ways / Baby, you’re so cruel“. Dunkle Zeilen, die seiner Stimme gut stehen, im direkten Kontrast zum funky Bass und den dancy Rhythmen. Eine Kombination, die schon zur Disco-Ära gut funktioniert hat. Auch das Video dazu setzt auf dieses Motiv: In einer verhangenen, dunklen, geisterhaft leer wirkenden Wohnung, weint Smith dem gierigen Lover, der ihm Herz und Kasse ausgenommen zu haben scheint, nicht nach, sondern tanzt sich im wahrsten Sinne von Wut und Trauer frei. Im Kontext der aktuellen Pandemie bekommt das Video noch eine zweite, sehr befreiende Ebene – denn wer braucht es nicht, sich hin und wieder in der Wohnung die Nachrichten aus dem Kopf zu tanzen.

Sein drittes Album „Love Goes“ erscheint dann am 30. Oktober und sei laut Smith ein großer Spaß für ihn gewesen. Was ein erstaunliches Statement ist, wenn man bedenkt, dass Smiths Debütalbum „In The Lonely Hour“ hieß und er von vielen als smarter Schmerzensmann gesehen wird. Aber Smith verriet im Vorfeld über das Album: „Die vergangen zwei Jahre waren die experimentierfreudigsten in meinem Leben, privat aber auch musikalisch. Immer wenn ich ins Studio ging, schwor ich mir, nur das Beste zu akzeptierten und auf Beschränkungen und Grenzen zu pfeifen. Das Ergebnis dieser Arbeit war magisch, therapeutisch und wirklich ein großer Spaß. Meine Liebe zur Musik ist so groß und vielseitig, dass meine musikalischen Guilty Pleasures inzwischen meine tatsächlichen Leidenschaften geworden sind. Ich fühle keine Schuld, keine Scham, nur die wahre Liebe zum Singen, zum Tanzen und zum Kreativsein.“ Eine schöne Ansage, die „Love Goes“ sicherlich einlösen wird.  

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