"Manchmal muss man an die Öffentlichkeit gehen, um sein Ziel zu erreichen"
In der Sendung bearbeiten sie verschiedenste Fälle vom Sorgerechtsstreit bis hin zu Differenzen um einen Reiterhof. Wie finden Sie ihre Mandanten?
Leonora Holling: Die Mandanten haben in der Regel durch Aufrufe des Senders oder der Produktionsfirma von der Möglichkeit erfahren, sich von mir vertreten zu lassen. Oder die Redaktion stößt bei Recherchen auf einen interessanten Fall und schickt mir die Unterlagen zu. Ich arbeite sie dann durch, prüfe die rechtliche Situation und gebe der Redaktion meine Einschätzung. Wenn nötig, leite ich erste Schritte in die Wege, beantrage Akteneinsicht usw. Das Interesse des Mandanten steht hierbei im Vordergrund. Wenn ich glaube, dass der Fall sich aus welchen Gründen auch immer
nicht für die Öffentlichkeit eignet, lehne ich ihn ab.
Sind die Fälle, die Sie in der Sendung bearbeiten, echt?
Leonora Holling: Absolut! Wir zeigen ausschließlich echte Menschen und ihre wirklichen Probleme.
Wann haben Sie sich entschieden, Anwältin zu werden?
Leonora Holling: Bereits als Kind hatte ich einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Schon ab der neunten Schulklasse war mir klar, dass ich Jura studieren will. Eine eher ungewöhnliche Studienwahl, denn ich stamme aus einer Mediziner-Familie. Das Studium hat mich dann erst einmal sehr ernüchtert. Entgegen meiner Erwartung hatte es wenig mit Menschen und ihrem Schicksal zu tun. Weil ich als Rechtsanwältin am besten dafür sorgen kann, dass Menschen Gerechtigkeit widerfährt, habe ich mir von
allen juristischen Berufen am Ende genau diesen ausgesucht.
Wen würden Sie gerne mal vor Gericht vertreten?
Leonora Holling: Ich vertrete alle meiner Mandanten gerne vor Gericht. Es geht mir nicht darum, Anwältin prominenter Persönlichkeiten zu sein. Für mich sind alle Klienten, die durch mich Gerechtigkeit zu erhalten hoffen, gleich wichtig.
Was tun Sie, um in Ihrer Freizeit zu entspannen?
Leonora Holling: Ich tue, was mir Kraft gibt. Das kann ein gutes Buch sein, etwas Sport, ein Spaziergang mit meinem Hund und nicht zuletzt der Umgang mit Menschen, die mir lieb und teuer sind.