Autoreisen stehen hoch im Kurs. Doch was gilt es vor dem Urlaub zu berücksichtigen? Es kursieren eine Menge Irrtümer rund um das Thema, angebliche Regelungen, die längst nicht mehr aktuell sind. Wir klären auf!
Noch immer glauben viele, dass Kinder bei Autoreisen innerhalb der EU keinen eigenen Pass benötigen und dass es genügt, wenn sie im Pass ihrer Eltern eingetragen sind. Kein Wunder, denn lang war diese Regelung auch gültig. Seit Kurzem allerdings gilt: Auch wenn das Kind erst wenige Tage alt ist, bei Autoreisen benötigt es einen eigenen Kinderreisepass. Den gibt es für 13 Euro, gültig ist er sechs Jahre lang. Aber Vorsicht: Ähnelt das Kind dem Foto im Pass nicht mehr, kann er für ungültig erklärt werden.
Auch diese Regelung über Autoreisen gehört der Vergangenheit an: Bußgelder aus dem Ausland werden zu Hause nicht verfolgt. Seit November 2010 müssen Knöllchen aus Ländern wie Frankreich oder Österreich auch in Deutschland bezahlt werden. In Italien gilt diese Regelung noch nicht, allerdings treibt hier ein privates Inkasso-Unternehmen die ausstehenden Bußgelder von Autoreisen ein. Besonders ärgerlich: Ein Widerspruch gegen den Strafzettel muss auf Italienisch erfolgen.
0,5 Promille – so viel Alkohol ist in Deutschland im Blut erlaubt, wenn man sich noch hinter das Steuer setzen möchte. Diese Grenze gilt zwar auch in den meisten übrigen EU-Staaten, aber eben nicht in allen. Wer Autoreisen nach Norwegen, Polen oder Schweden plant, sollte vorsichtig sein: Hier gilt die 0,2-Promille-Grenze. In Estland, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn gilt sogar die Null-Promille-Grenze. Und Verstöße auf Autoreisen können richtig teuer werden: In Polen sind bis zu 1200 Euro fällig. Ebenfalls interessant: In Frankreich gibt es eine Sonderregelung. Hier muss ein Alkoholtest im Auto mitgeführt werden, den es dort ab 1,50 Euro in Apotheken gibt. Wer ihn bei Autoreisen vergisst und erwischt wird, muss elf Euro zahlen.
Die grüne Versicherungskarte: Viele glauben, sie muss als Haftpflichtversicherungsnachweis mit auf Autoreisen. Allerdings gilt bereits seit 1991 das Kennzeichen innerhalb der EU als Nachweis. Die grüne Versicherungskarte kann aber dennoch dabei helfen, einen Unfall auf Autoreisen schnell abzuwickeln.
Vor der Grenze tanken, spart Geld – diese alte Regel für Autoreisen gilt heute kaum noch. Nur in Italien, Holland und Norwegen ist Benzin noch teurer als in Deutschland. Am günstigsten ist es aktuell in Österreich, Polen und Spanien. Angst vor schlechtem Sprit ist übrigens auch unbegründet: Es gilt eine EU-Norm, Benzin und Diesel sind also überall in Europa gleich. Allerdings sollte man auf Autoreisen wegen der unterschiedlichen Bezeichnungen des Sprits auf die richtige Oktanzahl achten.
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