Das "Clever" - Wissensbuch

Die wissenschaftlichen Erläuterungen aus Sendung 12

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1. Der Maschendraht als Marderschutz

Frage: Wie schützt man sein Auto vor Mardern, die im Motorraum Kabel durchbeißen?

Kurzerläuterung: CLEVER empfiehlt: Parken Sie Ihr Auto auf einem Maschendraht. Marder werden den Maschendraht weitgehend meiden, da die Tiere diesen Untergrund als unangenehm empfinden und nur äußerst ungern darüber laufen.

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Wissenschaftliche Erläuterung

In den 90er Jahren wurde von der Justus-Liebig-Universität Gießen in Zusammenarbeit mit vielen mardergeplagten Autobesitzern Tests durchgeführt, die die Wirksamkeit des Maschendrahtzauns bestätigten. Auch im Mardergehege konnte ein Meideverhalten des Marders festgestellt werden. Durchgeführt wurden die Tests mit einfachem Hasendraht.

Parkende Autos wurden von den Mardern im Laufe der Jahre als natürliche Lebensräume erkannt. Dieses Wissen wird von Generation zu Generation weiter gegeben, die Muttertiere nehmen ihre Jungen mit auf Streifzug. Motoren bieten sich sehr gut an, um sich zurück zu ziehen und dort Beute zu vertilgen. Es ist schön warm und geschützt.

Die Studie der Universität Gießen über Marderschäden hat weitere interessante Details ans Licht gebracht. Etwa 99 0er Aufenthalte von Mardern im Motor bleiben ohne Folgen. Erst wenn ein Mardermännchen in der Paarungszeit den Geruch eines anderen Männchens im Motor eines Autos erschnuppert, wird es aggressiv und beißt um sich. Dabei erwischt es immer wieder Kabel. So kann es auch zu Wiederholungsfällen kommen, wenn ein Auto von einem Mardergebiet in ein anderes umgeparkt wird und der „Local-Hero“ dort den Geruch eines fremden Männchens riecht. Nach einem Angriff eines Marders auf das Auto empfiehlt es sich also, eine gründliche Motorwäsche durchzuführen. So kann man die Duftstoffe des Männchens vertreiben und minimiert so eine baldige Wiederholung des Marderschadens.

Die Zahl der Marderschäden ist von Modell zu Modell verschieden. Geländewagen stellen z.B. einen idealen Aufenthaltsort für Marder dar, da der Motor sehr viel Platz zur Verfügung stellt. Mercedes-Modelle werden nicht so oft angeknabbert, da deren Motoren sehr kompakt sind. Auch Porsche bleiben meist von Mardern verschont, da diese aus aerodynamischen Gründen eine Bodenplatte haben, die für Marder nicht zu durchdringen ist. Autos von Chrysler, Daewoo und Renault werden laut Statistik etwa dreimal so oft Opfer eines Marders wie Fabrikate von VW, Mercedes und Ford.

Im Jahr 2001 wurden laut ADAC übrigens 16300 Autos von Mardern angefallen. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich viel höher, da viele Marderangriffe gar nicht also solche identifiziert werden.

 

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