Das "Clever" - Wissensbuch

Die wissenschaftlichen Erläuterungen aus Sendung 12

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4. Gedopte Spinnen

Frage: Welches Spinnennetz wurde nach dem Genuss von Koffein gewoben?

Kurzerläuterung: Wie Menschen reagieren auch Spinnen auf die verschiedenen Stimulanzien wie LSD, Meskalin oder Koffein – erstaunlicherweise ist dabei die Wirkung des Koffeins am heftigsten!

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Wissenschaftliche Erläuterung

Spinnenfäden gehören zu den beeindruckendsten Wundern der Evolution. So gibt es Spinnen, die regelrechte Lassos fertigen, um so die Nahrung einzufangen. Die meisten Spinnenarten belassen es jedoch beim Bau eines Netzes… was aber beeindruckend genug ist: Die Fäden werden in den Spinnwarzen im kugeligen Körperabschnitt der Spinne produziert und bestehen vor allem aus langen Eiweißmolekülen. Sie haben einen extrem kleinen Durchmesser (0,0005 bis 0,005 Millimeter, ein Menschenhaar ist immerhin schon rund 0,1 Millimeter dick) und sind ungeheuer belastbar: Die „Haltefäden“ würden erst bei einer Länge von 70 bis 80 Kilometern unter ihrem eigenen Gewicht reißen.

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Spinnennetze lassen aber auch eine andere Beobachtung zu: Wird ein Tier „unter Drogen“ gesetzt, so wirkt sich dies direkt auf den anschließenden Bau des Netzes aus.

So wurde NETZ A unter dem Einfluss von LSD gebaut: Die Spinnen schaffen vollkommen gleichmäßige Netze, Gebilde von nie zuvor erreichter Perfektion.

NETZ B wurde unter MESCALIN-Einfluss gesponnen: Diese Netze sind oft kleiner und vor allem unregelmäßig. Die Spinne verliert scheinbar irgendwann die „Lust“, das Angefangene zu Ende zu bringen.

Vor dem Bau von NETZ C wurde der Spinne schließlich KOFFEIN verabreicht: Das Netz wäre überlebenstechnisch gesehen für eine wild jagende Spinne eine Katastrophe. Schon nach dem Verzehr geringer Mengen von Koffein tobt in den Spinnenköpfen das Chaos. Nichts klappt mehr, nichts passt zusammen. Das Ergebnis: Hektisch und völlig planlos sind die Fäden miteinander verknüpft. Glück für jede Mücke oder Fliege - es gibt genügend Schlupflöcher.

Doch warum hatte die für Menschen schwächste Droge bei den Spinnen die stärkste Wirkung. Nun: Das Nervensystem von Mensch und Spinne ist einfach sehr unterschiedlich. Zum einen ist das des Menschen viel, viel größer. Wesentlich ist aber etwas anderes: Das Nervensystem besteht aus Millionen von Zellen (Neuronen), die letztlich alle miteinander verbunden sind – und zwar über das Gehirn, wo die meisten Reize zusammen laufen und verarbeitet werden.

Wie in einer Kette geben dazu die Zellen die Informationen über Kontaktstellen (Synapsen) an die nächste Zelle weiter. Einzelne Kontaktstellen reagieren nun auf unterschiedliche Reize, zum Beispiel andockende Moleküle. Die Stimulanzien wirken beim Menschen also unterschiedlich, weil sie an anderen Nervenzellen andocken. Und die Spinne reagiert auf die einzelnen Stoffe wiederum anders als der Mensch, weil zum Beispiel das Koffein-Molekül bei der Spinne an einer anderen Stelle andockt als beim Menschen – und so einen anderen Reiz auslöst!

Unser Fazit: „C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Kaffee! Nicht für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich blass und krank, sei doch kein Muselmann, der ihn nicht lassen kann“ – der olle Kanon hat seine Berechtigung nicht nur für Kinder, sondern auch für Spinnen! Ach ja, und was Drogen allgemein betrifft: Die sind natürlich für niemanden gut – außer natürlich leckere Schokolade, Vollmilch, mit ganzen Nüssen!

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