Das "Clever" - Wissensbuch

Die wissenschaftlichen Erläuterungen aus Sendung 12

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3. Lachgas

Frage: Woher hat das Lachgas seinen Namen?

Kurzerläuterung: Obwohl das Lachgas in der Medizin als Narkotikum eingesetzt wird, trägt es seinen Namen zu Recht: Es regt die Endorphinausschüttung an und diese Glückhormone lassen uns tatsächlich leichter lachen!

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Wissenschaftliche Erläuterung

Das erste Lachgas stellte der englische Chemiker Joseph Priestley Mitte des 18. Jahrhunderts her. Seine Suche nach einem Narkotikum hatte jedoch bei den Versuchstieren eine ziemlich endgültige Nebenwirkung: Priestley mischte dem Lachgas keinen Sauerstoff bei – um Lachgas jedoch risikofrei atmen zu können, müssen 21 Prozent Sauerstoff zugefügt werden... das Gas hatte zunächst mal seinen Ruf als tödliches Gift weg! Erst 1799 wagte sich wieder ein Chemiker an die Erforschung des Lachgases: Humphrey Davy wollte herausfinden, ob es nicht doch als Narkosemittel dienen könnte. Er mischte genügend Sauerstoff hinzu – und plötzlich funktionierte es! Aber das interessierte zunächst niemanden… Denn was die Leute wirklich aufhorchen ließ, war eine der Versuchspersonen, die unter der Wirkung des Gases einen fürchterlichen Lachkrampf bekam! Und da die Menschen damals schon genau so vergnügungssüchtig waren wie heute, machte das Lachgas schnell Karriere auf dem Rummelplatz – wo es auch seinen Namen erhielt. Wie heute gab es auch damals regelrechte Lachgas-Partys…

Doch was ist dran an dieser Rummelplatzattraktion – wie kann es den Ruf eines Fröhlichmachers bekommen, wenn ein Narkotikum doch eher einlullen soll, die Sinne also abgestumpft werden? Der Widerspruch ist nur scheinbar, denn es löst tatsächlich Fröhlichkeit bei uns aus! Der Grund ist ein ganz einfacher: Lachgas regt die Endorphinausschüttung an. Die berühmten „Glückshormone des Körpers“ haben zweierlei Wirkung: Zum einen wirken sie schmerzhemmend, beruhigend und angstlösend, deshalb ist Lachgas ein so beliebtes Narkosemittel. In der richtigen Konzentration hat es keine Nebenwirkungen und wirkt sofort. Dieser Zustand hält jedoch maximal vier Minuten an, deshalb wird es heute meist als Basisnarkotikum genutzt. Vor allem Kinder können es einfach einatmen und spüren kurze Zeit keinen Schmerz – so dass der Arzt dann in aller Ruhe eine Spritze mit einem stärken Narkotikum setzen kann. Das passiert aber erst seit 1844, als ein englischer Zahnarzt Lachgas erstmals als Narkosemittel einsetzte...

Die Endorphine bewirken aber mehr in uns: Sie lösen auch eine wohlig-warme Stimmung aus und erhöhen unsere Wahrnehmung. Und da kommt die Erwartungshaltung ins Spiel: Wenn Emotionen verstärkt werden und wir aufgrund des Namens erwarten, lustig zu werden, passiert das auch! Mit anderen Worten: Lachgas trägt seinen Namen völlig zu Recht!

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