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Finanziell bist du am Ende? Wie soll es weiter gehen?

Du bist verunsichert, weil du kein Geld mehr hast? Hier sind einige sehr hilfreiche Tipps für dich:

© dpa

Wann hat man Schulden?

Problematisch ist vor allem die Überschuldung. Diese ist dann gegeben, wenn das Vermögen und das Einkommen über längere Zeit nicht mehr genügen, um die Lebenshaltungskosten sowie fällige Forderungen von Gläubigern zu decken.

Was sollte man tun, wenn man vermutet, ein Schuldenproblem zu haben?

Der wichtigste Schritt ist zunächst die Selbsterkenntnis. Zunächst sollte man sich einen genauen Überblick über die Finanzlage verschaffen, auch wenn es weh tut. Briefumschläge sollten geöffnet werden und Forderungen von Gläubigern - am Besten in einem Ordner – aufgelistet und zusammengerechnet werden. Zudem ist es hilfreich, eine ganz einfache Aufstellung aller Einnahmen und Ausgaben zu erstellen. Dabei, spätestens danach, sollte man sich frühzeitig professionelle Hilfe holen. Diese gibt es z.B. bei Rechtsanwälten (nach den Kosten fragen), den örtlichen Verbraucherzentralen oder Schuldnerberatungsstellen. Hier sollten auch lange Wartezeiten in Kauf genommen werden, manchmal bekommt man für eine erste „Kurzberatung“ einen schnelleren Termin. Gewarnt werden muss vor unseriösen Schuldnerberatern. Diese erkennt man häufig daran, dass zu Beginn der Beratung ein größerer Geldbetrag gezahlt werden muss. Im Zweifel bei der Verbraucherzentrale erkundigen, bevor man Geldzahlungen vornimmt.

Wie kann man Schulden abbauen?

Vor allem benötigt man den festen Willen, seine finanzielle Situation wieder in den Griff zu bekommen, ein großes Maß an Selbstdisziplin und Geduld. Ein Schuldenberater hilft dabei, die eigene Situation zu analysieren und sofortige erste Schritte einzuleiten. So einfach es klingt: In der Regel beginnt der Weg durch eine Erhöhung der Einnahmen und eine Senkung der Ausgaben, letzteres verlangt Verzicht. Zudem sollte mit Gläubigern darüber verhandelt werden, ob über einen Ratenzahlungsplan und eventuell einen Forderungsverzicht eine außergerichtliche Einigung über den Schuldenabbau zu Stande kommt. Führt dies alles nicht zum Erfolg, bleibt nur der Weg in die Verbraucherinsolvenz.

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Was ist ein Verbraucherinsolvenzverfahren?

Das Verbraucherinsolvenzverfahren ist ein mehrstufiges Verfahren. Erst wenn der außergerichtliche Einigungsversuch gescheitert ist, steht der Weg zum gerichtlichen Verfahren offen. Achtung: Weitere Voraussetzung ist, das das Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuchs von einer „geeigneten Stelle“ bestätig wird. Spätestens hier muss daher ein geeigneter Berater eingeschaltet werden. Nach Eingang des Antrages, welcher sehr viel Sorgfalt beim Ausfüllen verlangt und eher umfangreich ist, versucht das Gericht einen gerichtlichen Einigungsversuch. Scheitert auch dieser, wird das vereinfachte Insolvenzverfahren gestartet. Danach beginnt eine sechsjährige „Wohlverhaltensphase“ an deren Ende die Schuldenbefreiung lockt. Bis dahin muss der Schuldner sich „wohlverhalten“, wohinter sich eine Reihe von Pflichten, wie z.B. intensives Bemühen um einen Arbeitsplatz, verbergen. Die Kosten des Verbraucherinsolvenzverfahrens können auf Antrag gestundet werden (d.h. später nachgezahlt).

Wie vermeide ich Schulden?

Einige geraten unverschuldet in die Schuldenfalle (etwa durch Verlust des Arbeitsplatzes oder unvorhergesehenen Änderung der Lebensumstände), andere gehen sehenden Auges in die Überschuldung (etwa durch exzessive Katalogbestellungen oder sinnlose Kredite). Zunächst sollte man sein Konsumverhalten und seine Fähigkeiten, Geld einzuteilen überprüfen. Durch Verzicht an der richtigen Stelle zum richtigen Zeitpunkt lassen sich hier brenzlige Situationen vermeiden. Eine besondere Gefahr bergen grundsätzlich immer Geschäfte mit Ratenzahlungsvereinbarung und Kredite. Raten, die man sich heute noch leisten kann, können schon morgen zur erheblichen Belastung werden. Risikoreich sind vor allem auch alle Kreditaufnahmen, bei denen das geliehene Geld, etwa für einen Urlaub, sofort „konsumiert“ wird, dem Anspruch auf Rückforderung des Darlehens also nach kurzer Zeit überhaupt kein entsprechender Gegenwert mehr gegenübersteht.

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