INTERVIEW MIT BARBARA ELIGMANN

Welche Eindrücke haben Sie als Jurorin während des Castings in Oberhausen gewinnen können?
Ich war schlicht und einfach überwältigt. Es waren Menschenmengen vor Ort, die ich nicht erwartet hätte: Männer, Frauen, Kinder, Omas, Opas... Es waren sogar Familien dabei, in denen jede Generation, also Opa, Tochter und Enkel mit einer eigenen Idee aufwartete. Wir Juroren haben zwischendurch immer wieder einfach nur gestaunt.

Welche Ideen sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
Neben der Ideen-Reihe „Mein Haustier und ich“ bewegt offensichtlich ein Thema die Nation ganz besonders: Wie ist dem Problem des Stehpinklers beizukommen? Unter den Kandidaten, die ich beurteilt habe, war ein Mann, der einen Alarm vorstellte, der auslöst, sobald der Klodeckel angehoben wird. Der Alarmton ist so laut, dass man ihn im ganzen Haus hören kann! Der Clou war, dass seine Frau die Erfindung gemacht hat und ihren Mann vorgeschickt hat, dem das allerdings ein wenig peinlich war…

Die Zuschauer kennen Sie als Moderatorin, wie liegt Ihnen die Rolle als Jurorin?
Als Moderatorin ist es meine Aufgabe, für Ausgleich zu sorgen, moderat zu sein. Hier genieße ich, dass ich vor der Kamera klare Entscheidungen treffen und Urteile fällen darf, auch wenn wir Rücksicht darauf nehmen, dass die Leute aufgeregt sind, wenn sie zu uns kommen.

© Frank Dicks - Sat1

Welche Kompetenzen können Sie als Jurorin einbringen?
Zuerst meine Lebenserfahrung, mein Alltag als Hausfrau und Mutter von drei Kindern. Hinzu kommt meine „clever!“-Erfahrung, die das Auge für Erfindungen und skurrile Apparaturen über Jahre geschult hat.

Sind Sie auch auf das Klischee des versponnenen Erfinders getroffen?
Sagen wir es anders: Einige Kandidaten hatten echte Entertainer-Qualitäten, andere waren eher in sich gekehrt. Ein Kandidat hat sich mit einem Plakat vor Michael Michalsky hingestellt und gesagt: „Zu meiner Erfindung sage ich nichts, das können Sie sich alles selbst durchlesen.“ Ein sehr subversiver Beitrag…

Wie wichtig ist die Selbstdarstellung der Erfinder für die Bewertung?
Ein Kandidat hat mir die „wichtige“ Erfindung eines Spüllappen-Halters angepriesen – etwas, was die Welt nicht braucht. Seine Präsentation hätte er auch vorsingen oder vortanzen können, weitergebracht hätte es ihn nicht, auch wenn wir uns sehr über originelle Kandidaten freuen.

Welche Aussage hat die Show?
In erster Linie produzieren wir eine Unterhaltungssendung – und da ist für Liebhaber skurriler Menschen und Ideen einiges dabei. Der Mehrwert liegt in der Aussage, dass jeder gute Ideen generieren kann, wenn er sich traut. Also: Traut euch! Wir sind sehr gespannt auf echte Innovationen.

Welche Idee war Ihre bisher beste?
Ich habe einen DIN A3-Terminkalender entwickelt, der zwischen einer Metall- und einer Glasplatte in einem Rahmen hängt. So kann ich die einzelnen Tage beschriften, mit Spucke wieder löschen UND magnetische Pins anbringen – habe ich im Handel noch nie gesehen. Ich hätte gern die Idee für ein kleines Spielzeug, das ich bei meinem Kind zum Einsatz bringen kann, wenn ich beruflich telefoniere, und das gelegentlich ein Gummibärchen abgibt – aber nur eins! Ich sitze meistens mit der ganzen Tüte da und sehe im Blick des Kindes, wie der Druck auf mich wächst: „Gib mir mehr, gib mir die ganze Tüte!“

Infos zur Barbara Eligmann

Barbara Eligmann (geb. 1963 in Ludwigshafen); Volontariat beim „Westfalenblatt“ in Bielefeld; danach Regionalreporterin für Sat.1; ab 1988 Moderation „Nord Live“ für RTLplus; 1992 bis 2000 „Explosiv“ (RTL); seit 2004 moderiert sie für Sat.1 „clever!“ und „MEGA clever!“ mit Wigald Boning

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