Welche Rolle spielt für Sie das Design der Idee?
Die Leute, die zum ersten Casting kamen, haben ihre Erfindungen oft aus Karton und Holz gebastelt. Da muss man versuchen, sich vorzustellen, wie das ganze in einer anderen Verpackung aussehen könnte. Aber natürlich achte ich immer auch verstärkt auf das Design, weil es für den Erfolg eines Produkts heutzutage immer wichtiger wird. Denken wir nur an Autos, Handys oder den MP3-Player. Die Technik wurde hier in Deutschland erfunden, den großen kommerziellen Erfolg hatte allerdings erst Apple mit dem iPod, weil das Design die Menschen weltweit begeisterte und für sie relevant war, ob auf dem Dorf, in einer Polarstation oder im Weltraum. In unserer Show versuche ich zu ergründen, ob aus einer Idee ein trendy Produkt werden kann, das einen gewissen Coolness-Faktor besitzt und möglichst viele Menschen berührt.
Wie wichtig ist es, dass sich auch der Erfinder gut präsentieren kann?
Im Vordergrund steht für mich immer die Idee, der geistige Inhalt. Wenn mich der Erfinder in einer Minute damit begeistern kann, dann umso besser. Ich habe aber auch Leute nach Hause geschickt, wenn sie eine tolle Show abgezogen haben, mich die Erfindung aber nicht überzeugt hat.
Sehen Sie sich selbst im weiteren Sinne als Erfinder?
Nein, ich nehme die klassischen Designeraufgaben wahr. Eine neue Kollektion erfindet Kleidung nicht neu ein T-Shirt mit drei Ärmeln oder ähnliches , sondern restylt eine Reihe von Kleidungsstücken, die es schon gibt.
Wie kommen Sie auf neue Ideen?
Es gibt dafür keine bestimmte Methode. Das ist einerseits Talent, zum anderen inspiriert mich, was ich in Berlin und anderswo auf der Straße sehe. Außerdem hat heute jeder an jedem Ort Zugang zu Informationen durch das Internet, Magazine oder das Fernsehen. Für einen Designer ist es heute fast egal, wo er arbeitet.
Was gab für Sie den Ausschlag, bei Die beste Idee Deutschlands als Juror zu arbeiten?
Mir gefällt das Konzept der Sendung, weil ich ein sehr, sehr neugieriger Mensch bin, der sich gern aus allen Lebensbereichen inspirieren lässt. Es geht nicht um Talente wie eine schönere Stimme oder ein tolleres Aussehen, sondern um das, was im Kopf passiert. Das fasziniert mich.
Sie entwerfen u.a. eine Luxus-Modekollektion, ihr Jury-Kollege Alexander Walzer betreibt einen Supermarkt für Billigprodukte. Prallen da Gegensätze aufeinander?
Ich glaube, wir sind eine ganz coole Jury, die zusammen sehr viel Spaß hat. Alexander ist ein super Typ und Mensch, der mit dem, was er tut, viel Erfolg hat. Also verfügt er über besondere Fähigkeiten, von denen ich mir auch immer etwas abschauen kann. Im Übrigen bewege ich mich ja auch nicht nur im Luxus-Segment, sondern habe schon für eine breitere Masse designt, was ich ganz wichtig finde. Ich bin heute noch genauso, wie ich vor 20 Jahren war, umgebe mich gern mit den gleichen Menschen wie früher, interessiere mich immer noch für Musik, Kunst und Jugendkultur. Mein Beruf ist Leidenschaft, kein Nine-to-Five-Job.
Sie haben und hatten beruflich mit Menschen zu tun, die man als Normalbürger nicht trifft von Missy Elliott bis Madonna. Was macht diese Menschen zu Ideengebern?
Man kann nur gut sein, ob als Gärtner oder Verkäufer, wenn man mit Leidenschaft dabei ist. Leute, die in ihrem Job gut sind, atmen und leben ihre Profession. Auch bei uns werden sich nur die Kandidaten durchsetzen, die Tag und Nacht an nichts als an ihre Erfindung denken. Madonna ist die berühmteste Frau der Welt und schon sehr, sehr lange erfolgreich, aber sie hat ihr Ohr immer noch am Puls der Zeit und weiß, was los ist.
Was war die beste Idee, die Sie jemals hatten?
Mich mit einer eigenen Modemarke selbständig zu machen, hat schon immer in mir geschlummert. Dafür muss man vieles aufgeben muss, z.B. Sicherheit. Trotzdem hat mir dieser Schritt geholfen, meine Persönlichkeit weiterzuentwickeln und war deshalb meine beste Idee.